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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Entzündungshemmung bei Rheuma und Psoriasis: Verhindert sie die Entstehung eines Diabetes mellitus?

Dtsch Arztebl 2011; 108(33): A-1741 / B-1484 / C-1480

Heinzl, Susanne

Entzündliche Zustände können über verschiedene Mechanismen eine Insulinresistenz und einen Diabetes mellitus induzieren. So scheinen der Tumornekrosefaktor alpha (TNF alpha) und Interleukin-6 (IL-6) die Funktionen von Insulin an seinem Rezeptor zu blockieren. In einer retrospektiven Studie wurde untersucht, ob durch krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) oder TNF-alpha-Blocker die Häufigkeit eines Diabetes mellitus bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis verändert wird.

Im Rahmen zweier großer Versicherungsprogramme wurden zunächst die Daten von 121 280 Patienten, die an neu diagnostizierter rheumatoider Arthritis oder Psoriasis litten, analysiert. Hiervon wurden 13 905 Patienten mit 22 493 neuen Behandlungen in die Kohortenstudie übernommen. Sie waren im Mittel 5,8 Monate nachbeobachtet worden. Entsprechend der Therapie gab es vier Gruppen:

  • TNF-alpha-Blocker mit oder ohne andere DMARDs
  • Methotrexat ohne TNF-alpha-Blocker oder Hydroxychloroquin
  • Hydroxychloroquin ohne TNF-alpha-Blocker oder Methotrexat
  • andere DMARDs ohne TNF-alpha-Blocker, Methotrexat oder Hydroxychloroquin.

Es wurden 267 neue Fälle von Diabetes mellitus beobachtet, die sich auf die vier Gruppen verteilten (Tabelle). Die Inzidenzrate für einen Diabetes war in der Gruppe, die nichtbiologische DMARDs einnahmen, am höchsten und in der TNF-alpha-Blocker-Gruppe am niedrigsten. TNF-alpha-Blocker und Hydroxychloroquin verringerten im Vergleich zu anderen nichtbiologischen DMARDs bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis das Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus um 38 beziehungsweise 46 %. Methotrexat zeigte mit einer Risikosenkung um 23 % keinen signifikanten Effekt.

Fazit: Nach den Ergebnissen dieser retrospektiven Kohortenstudie verringern Hydroxychloroquin und TNF-alpha-Blocker bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder Psoriasis das Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus. Sie haben also einen pleiotropen Effekt. Den Autoren zufolge sollte dieser Hypothesen generierende Befund nun prospektiv in randomisierten Studien untersucht werden.

Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Solomon DH et al.: Association between disease-modifying antirheumatic drugs and diabetes risk in patients with rheumatoid arthritis and psoriasis. JAMA 2011; 305: 252531.


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