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Versuche an Menschen: Wissentlicher Verstoß in Guatemala

Dtsch Arztebl 2011; 108(37): A-1882 / B-1606 / C-1594

Gerst, Thomas

Wissentlich haben US-amerikanische Ärzte bei einer Studie, die sie von 1946 bis 1948 im Auftrag des U.S. Public Health Service in Guatemala durchführten, gegen geltende ethische Vorschriften im Zusammenhang mit Humanexperimenten verstoßen. Zu diesem Ergebnis kommt die von US-Präsident Barack Obama mit der Untersuchung der Vorgänge beauftragte Ethikkommission. Bei der abschließenden Arbeitssitzung Ende August nannte die Leiterin der Kommission, Dr. Amy Gutmann, die Vorgänge „a shameful piece of medical history“.

Um die Wirkung von Penicillin zu untersuchen, waren rund 1 500 Personen – Soldaten, Gefangene, Psychiatriepatienten – vorsätzlich mit sexuell übertragbaren Erkrankungen infiziert worden, vor allem Syphilis oder Gonorrhö. Dies geschah, ohne dass die Betroffenen darüber aufgeklärt worden waren und ohne dass sie dem Vorgehen zugestimmt hatten. Einige der Infizierten wurden gar nicht oder nur unzureichend medizinisch versorgt. Die Vorgänge waren erst im vergangenen Jahr bekannt geworden, nachdem eine Medizinhistorikerin bei Recherchen im Archiv der Universität Pittsburgh auf Aufzeichnungen des Arztes, der die Studie leitete, gestoßen war. Die Studienergebnisse wurden nie veröffentlicht. TG

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