TECHNIK
EU-weites Notrufsystem: eCall für Neuwagen ab 2015
Dtsch Arztebl 2011; 108(40): A-2114


Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen ab 2015 alle Neuwagen mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet werden. Dies sieht eine Empfehlung der Kommission an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) vom 8. September 2011 vor (http://ec.europa.eu/information_society/activities/esafety/doc/ecall/recomm/recomm.pdf). Ziel ist es, dadurch die Zahl der Verkehrstoten in der EU weiter zu senken, die Studien zufolge derzeit jährlich bei etwa 40 000 Personen liegt. Bis zu 2 500 Menschenleben pro Jahr könnte das internationale Notrufsystem nach Angaben der EU-Kommission retten, die Zahl der Schwerverletzten ließe sich um etwa 15 Prozent verringern.
Die Autohersteller müssen für den eCall eine SIM-Karte plus GPS-Modul in die Bordelektronik des Fahrzeugs integrieren. Das Auslösen des Notrufs lässt sich beispielsweise an die Sensoren des Airbags koppeln. Bei einem schweren Unfall sendet das System automatisch Positionsdaten des Fahrzeugs, Uhrzeit und Fahrgestellnummer an die europaweit einheitliche Notrufnummer 112. Wichtig ist zudem die genaue Ortung, da die Koordinaten des Unfallorts übermittelt werden müssen. Die Notrufzentrale kann dann sofort einen Rettungsdienst an die Unfallstelle schicken oder eine Sprachverbindung ins Auto herstellen. Die Mobilfunkbetreiber werden in der Empfehlung aufgefordert, den Notruf in ihren Netzen vorrangig sowie gebührenfrei weiterzuleiten. EB
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