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Organspende: Beifall für Bahrs Vorstoß

Dtsch Arztebl 2011; 108(40): A-2061 / B-1757 / C-1741

Richter-Kuhlmann, Eva

Der Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), die Krankenkassen zu verpflichten, bei der bevorstehenden Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte über Organspenden zu informieren und um eine Entscheidung zu bitten, stößt bei der Ärzteschaft auf Unterstützung. „Wir müssen die Menschen abholen, die sich für die Organspende aussprechen, aber ihre Bereitschaft noch nicht dokumentiert haben“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Bahrs Vorstoß decke sich mit den BÄK-Vorschlägen zur Erhöhung der Organspendebereitschaft. Es sei unerlässlich, dass eine Erklärung zur Organspende regelmäßig nachgefragt werde. Für die Erklärungslösung hatte sich jüngst auch der Bundesrat als Ergänzung des Transplantationsgesetzes ausgesprochen. Menschen sollten aber nicht zu einer Entscheidung gezwungen werden.

Die Menschen sollen sich erklären, sie müssen dies aber nicht, meint Minister Daniel Bahr. Foto: ddp

Einer Widerspruchslösung bei der Organspende, wonach nur dann auf die Entnahme von Organen verzichtet werden soll, wenn die Person vor ihrem Tod eine Spende ausdrücklich abgelehnt hat, erteilte Bahr eine Absage. Sie setze auf die Faulheit der Menschen.

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Einen Antrag, der die Widerspruchslösung favorisiert, wollen Parlamentarier um Fritz Rudolf Körper und Christoph Strässer (beide SPD) in den nächsten Wochen in den Bundestag einbringen. Zeitgleich formulieren Abgeordnete von Union und SPD einen gemeinsamen Gruppenantrag, der die Erklärungslösung präferiert. ER

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