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BERUF

Kinderärzte: Notfälle virtuell trainieren

Dtsch Arztebl 2011; 108(40): [67] / [67] / [67]

EB

Auch in großen Kinderkliniken sind Notfälle, wie etwa Herz-Kreislauf-Versagen bei einem Kleinkind, nicht alltäglich. Gerade junge Ärzte und Pflegekräfte haben die nötigen Maßnahmen zwar erlernt, fühlen sich im Ernstfall aber bisweilen unsicher. Hier setzt ein neuartiges Schulungskonzept des Universitätsklinikums Heidelberg an: Damit können Kinderärzte und Pflegende am Computer an virtuellen Patienten, kombiniert mit praktischen Übungen, das Vorgehen bei Notfällen trainieren. Das Weiterbildungskonzept der Experten des Zentrums für Virtuelle Patienten und des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin wird von der Klaus Tschira Stiftung finanziell unterstützt. Umfragen im Vorfeld der Studie hatten ergeben, dass sowohl Ärzte als auch Kinderkrankenschwestern und -pfleger Bedarf für eine solche Weiterbildung sehen. Das Schulungsprogramm richtet sich daher gezielt an das gesamte Behandlungsteam: Nach einem vorbereitenden Selbststudium trainieren Ärzte und Pfleger beim eintägigen Praxisteil gemeinsam die Behandlung von Kindernotfällen und dabei auch die klare und zielführende Kommunikation. Die Teilnehmer erhalten über ein Internetportal Zugang zu aktueller Literatur, Leitlinien und jeweils zehn virtuellen Patienten für Ärzte und Pflegende. Wie im Klinikalltag führen die Nutzer selbstständig Untersuchungen durch, stellen eine Diagnose und leiten die Therapie ein. Das Programm gibt Rückmeldung über den Erfolg der Behandlung. Im Online-Forum können die Kursteilnehmer untereinander oder mit den Dozenten diskutieren.

Auf die Theorie folgt ein praktischer Trainingstag: Unter Anleitung didaktisch geschulter Experten üben die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen zum Beispiel die Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern mit epileptischem Anfall, Bewusstlosigkeit, Vergiftungen, allergischem Schock oder Herzstillstand. Zum Einsatz kommen dabei Patientensimulatoren, die bestimmte Körperfunktionen und Krankheitssymptome imitieren.

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Informationen zum Zentrum für Virtuelle Patienten: www.virtuellepatienten.de. EB


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