AKTUELL
Psychiatrie im Nationalsozialismus: Spendenaufruf für Gedenkausstellung
PP 10, Ausgabe Oktober 2011, Seite 441


Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat zusammen mit der Bundesärztekammer (BÄK) am Freitag die Spendenaktion „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerungen und Verantwortung“ gestartet. Unterstützt wird die Aktion von mehr als 20 Verbänden der deutschen Ärzteschaft. „Ziel ist es, den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus und deren Leid zu gedenken und darüber aufzuklären“, erklärte Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider, ehemaliger Präsident der DGPPN, beim Start der Spendenaktion in Berlin.
Mit den gesammelten Geldern soll unter anderem eine Ausstellung geschaffen werden, die über den Umgang mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus informiert. Zunächst soll die Ausstellung in Rahmen der „Stiftung Topologie des Terrors“ in Berlin zu sehen sein und danach in verschiedenen Städten in Deutschland und Europa gezeigt werden. Ist der Erlös der Spendenaktion hoch genug, soll darüber hinaus eine Datenbank mit Namen und Schicksalen der Opfer sowie Biografien der Täter aufgebaut werden.
„Ich finde es gut, dass sich nun, nachdem wir die Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus aufgearbeitet haben, die einzelnen Fachverbände mit ihrer Vergangenheit intensiver auseinandersetzen“, sagte BÄK-Präsident, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery.
Initiiert wurde der Spendenaufruf von der DGPPN, die schon 2010 in einer Gedenkveranstaltung den Opfern der Psychiatrie im Nationalsozialismus gedacht hatte (siehe DÄ 1–2/2011, S. 35–6). „Mit der Spendenaktion wollen wir ein Zeichen setzen“, sagte Schneider. Die DGPPN unterstützt das Projekt mit einem Zuschuss von 100 000 Euro und finanziert für zehn Jahre die Stelle einen wissenschaftlichen Mitarbeiters. Spenden kann man direkt über die Webseite der Gesellschaft (www.dgppn.de). mei
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