Nach der am Westdeutschen Zentrum für Diabetes im Verbund Katholischer Kliniken in Düsseldorf durchgeführten Diabetiva®-Studie profitieren Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 von einer ergänzenden, qualifizierten telemedizinischen Betreuung. Ihre Stoffwechselsituation und Lebensqualität verbessern sich.
Weil Diabetes-Patienten häufig kaum Krankheitssymptome haben, fällt es ihnen oftmals schwer, therapiebedingte Einschränkungen zu akzeptieren. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. So erhöht sich zum Beispiel das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, am diabetischen Fußsyndrom zu erkranken oder zu erblinden.
Im Diabetiva®-Programm werden die Patienten bei der Umsetzung der Therapievorgaben ihrer behandelnden Ärzte von einem medizinischen Team im Telemedizinischen Zentrum von SHL Telemedizin unterstützt. Messen Patienten ihren Blutzucker, werden die Werte automatisiert übermittelt und in einer elektronischen Fallakte erfasst. Vergisst ein Patient zu messen oder gibt es deutliche Abweichungen von Grenzwerten, wird er kontaktiert.
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Mit Telemedizin sank in der Studie der Langzeitblutzuckerwert HbA1c innerhalb von sechs Monaten signifikant (– 0,4 Prozent). Es verbesserten sich auch Risikofaktoren wie Gewicht (– 2,9 kg), Body-mass-Index (– 1,1 kg/m²), Nüchternblutzucker (– 27,3 mg/dl) und Blutdruck (– 9,9 beziehungsweise – 4,7 mmHg). Zudem verringerte sich die Anzahl der Patienten mit Depressionen um mehr als die Hälfte. Die emotionale Belastung der Patienten sank unter anderem auch deshalb, weil sie mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung erhielten. Mit 81 Prozent der Patienten, die bis Studienende mitmachten, war die Compliance zur Telemedizin sehr gut.
„Die telemedizinische Betreuung ist für solche Patienten interessant, bei denen eine konventionelle Diabetesbetreuung nicht ausreicht, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu gewährleisten“, sagte der Leiter der Studie, Prof. Dr. med. Stephan Martin. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Diabetologie und Stoffwechsel 2011; 6: 164–9 veröffentlicht. EB
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