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Supplement: PRAXiS

Solarfonds: Von der Energiewende profitieren

Dtsch Arztebl 2011; 108(41): [23]

Löwe, Armin

New-Energy-Fonds kommen dem derzeit ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis der Anleger wie keine andere Produktlinie unter den geschlossenen Fonds entgegen.

Am 30. Juni beschloss der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie. Davon erhoffen sich auch geschlossene Fonds, die in neue Energien investieren, Impulse. Noch sind diese aber nicht in den Platzierungszahlen sichtbar. Im Gegenteil: Im zweiten Quartal 2011 wurden 31 Prozent weniger Kommanditkapital für Solarfonds – derzeit die wichtigste Produktlinie unter den New-Energy-Beteiligungen – eingesammelt. Immerhin wurden im ersten Quartal erstmals seit vielen Jahren wieder Windkraftfonds für Privatanleger aufgelegt. Das Volumen war aber nur halb so hoch wie das der Photovoltaikfonds.

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Vor dem Gau in Fukushima war die Erwartungshaltung bei den Initiatoren von Fonds für regenerative Energien sehr gedämpft gewesen, weil eine Fortsetzung des Booms nach dem Rekordjahr 2010 unwahrscheinlich war. Dies galt um so mehr, weil in den meisten Ländern Verunsicherung über die künftige Einspeisevergütung für Solarstrom herrschte. In Spanien war sogar zeitweise eine rückwirkende Reduzierung im Gespräch, Italien änderte die Bedingungen am 3. März kurzfristig, so dass geplante Parks mit einer reduzierten Vergütung auskommen mussten, und in Deutschland war nach der turnusmäßigen Senkung zum Jahresbeginn eine weitere im Gespräch. Zu der ist es aber nicht gekommen, weil im bisherigen Jahresverlauf weniger Solaranlagen zugebaut wurden als erwartet. Diese Unsicherheiten über die Vergütung sind nun in Deutschland und Italien weitgehend beseitigt. Das bedeutet: Für Anlagen, die in diesem Jahr ans Netz gehen, herrscht wieder Einnahmesicherheit für die nächsten 20 Jahre – das kann keine andere Asset-Klasse der geschlossenen Fonds bieten. New-Energy-Fonds kommen damit dem derzeit ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis der Anleger entgegen.

Die besten Bedingungen herrschen in Italien. Dort scheint die Sonne am meisten, und außerdem ist die Einspeisevergütung fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Allerdings mit jedem Monat, um den sich die Inbetriebnahme verzögert, sinkt diese in Italien. Es kommt also darauf an, dass das Emissionshaus überzeugend zeigen kann, dass die Solaranlagen schnell ans Netz gehen oder (noch besser) bereits am Netz sind.

Aber auch in Deutschland können sich Solarfonds rechnen. Denn die Module sind hierzulande preisgünstiger als etwa in Italien, Frankreich oder Spanien. Der Fonds kann den Solarpark in Deutschland also zu einem niedrigeren Preis erwerben. Diese Preisdifferenzierung können die Hersteller vornehmen, weil die Garantien für die Module und Wechselrichter immer nur für das Land gelten, in dem sie gekauft wurden. Grundsätzlich fallen die Preise für die Module wegen des starken Wettbewerbs unter den Herstellern seit Jahren. Deshalb konnten die Einspeisevergütungen kontinuierlich gesenkt werden, ohne die Rentabilität der Solarparks über Gebühr zu beeinträchtigen.

Nachdem bis 2006 die Windkraft bei den geschlossenen Fonds dominiert hatte, beherrscht seit Jahren die Solarenergie die Szene bei den regenerativen Energien. Im letzten Jahr aber kamen erstmals wieder Windkraftfonds in nennenswertem Umfang auf den Markt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

Das Analysehaus Scope hält es für wahrscheinlich, dass die Beimischung von Windenergie zu Solarfonds an Attraktivität gewinnt. In diesem Jahr wurde mit dem Energie Europa vom Emissionshaus Lloyd Fonds der erste geschlossene Fonds aufgelegt, der Solarenergie mit Windkraft kombiniert. Investiert wird in Solarparks und Windkraftanlagen in Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Das Fondskonzept basiert auf der Erkenntnis, dass in schwächeren Windjahren meist überdurchschnittliche Solarerträge erzielt werden und umgekehrt. Armin Löwe


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