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Supplement: Praxis Computer

TeleMED: Medizinischer Online-Service

Dtsch Arztebl 1998; 95(19): [18]

Jessen, Doris

Schnelle, direkte Kommunikation und neuartige Inhaltsangebote, die den tägliche Arbeitsablauf in Klinik und Arztpraxis unterstützen - das sind einige wesentliche Vorteile medizinischer Online-Dienste.


Speziell für die Entwicklung und den Betrieb netztechnischer Dienste hat die CompuGROUP, die mit ihren Systemlösungen in mehr als 30 000 Arzt- und Zahnarztpraxen sowie etwa 100 Kliniken vertreten ist, 1995 die Tochtergesellschaft TeleMED in Saarbrücken gegründet. Über Kooperationsverträge mit weiteren SoftwareAnbietern hat das Unternehmen direkten Zugang zu mehr als 50 000 Arztpraxen.
TeleMED stellt die technische Infrastruktur in Form von zentralen Kommunikationsrechnern und ClientSoftware zur Verfügung, die zur Nutzung der Internet-basierten Dienste benötigt werden. Für die Anbieter von Abrechnungsdiensten, Datenbanken, Fachinformationen, Finanzdiensten oder Teleshopping steht eine Kommunikationsplattform zur Verfügung. Daneben werden sowohl Beratungsfunktionen als auch der technische Service übernommen. TeleMED betreibt für seine Teilnehmer einen Kommunikationsserver für E-Mail mit Verschlüsselung und elektronischer Unterschrift.
Verfügbarkeit und Sicherheit An das Netz, das bis zum Jahr 2000 von etwa 30 000 Arztpraxen genutzt werden soll, werden hohe Anforderungen gestellt. Angestrebt ist vor allem die flächendeckende Versorgung mit Einwahlknoten, um möglichst vielen Ärzten die Dienstleistung zum Ortstarif zugänglich zu machen. Daneben spielt der Sicherheitsaspekt eine große Rolle: Die Daten müssen gegen Verlust, Verfälschung und unberechtigten Zugriff geschützt sein. Außerdem muß die Authentizität - die Sicherheit über die Herkunft der Daten - gewährleistet sein.
Seit November 1997 nutzt TeleMED für seine Dienstleistungen das flächendeckende Weitverkehrsnetz der Info AG, ein mittelständischer Anbieter von Systemlösungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik. Während früher lediglich öffentliche ISDN-Leitungen als technische Basis dienten, bietet die Info AG dafür ihr Frame-Relay-Netz mit leistungsfähigen Bandbreiten von mindestens 2 Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit im Backbone und einem sicheren Backup-Konzept. Der hohe Verfügbarkeitsanspruch gilt sowohl für die Netzleistung als auch für die Rechner: Fällt eine Leitung aus, wird der Datenstrom automatisch auf andere Leitungen umgeroutet; zur gegenseitigen Absicherung der Rechner wird im Ausweich-Rechenzentrum der Info AG die gleiche Kapazität noch einmal zur Verfügung gestellt. Die Praxis-Rechner - bis heute sind es 500 Stück - sind über IP-Einwahl an das TeleMED-Netz angeschlossen. Für die nötige Sicherheit sorgen Firewalls vor den Servern sowie eine automatische Verschlüsselung mit PIN: Der Sender verschickt seine Daten zusammen mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers, der diese nur mit seinem privaten Schlüssel öffnen kann. Der private Schlüssel ist über eine PIN gesichert. Die Ver- und Entschlüsselungsvorgänge bedeuten keine Verlangsamung der Vorgänge.
Neben den netztechnischen Voraussetzungen soll auch das inhaltliche Angebot den täglichen Praxisbetrieb unterstützen. Wichtig sind dafür die Integrationsfähigkeit in bestehende Praxis-Software, einfache Bedienbarkeit und zielgruppengerechte Inhalte. Die acht TeleMED-Anwendungen unter Windows 95 und Windows NT (siehe Kasten) liefern den Praxen ein komplexes Service-Angebot: So können zum Beispiel Befunddaten schnell und sicher an den weiterbehandelnden Arzt gesandt werden, der Zugriff auf Datenbanken und Expertensysteme kann die Behandlungsqualität steigern. Mehrere Praxen können sich zusammenschließen und auf einen gemeinsamen Patientendatenpool zurückgreifen, so daß Notdienste und Vertretungen leichter organisierbar sind. Doris Jessen


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