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Supplement: Praxis Computer

Iridium: Satellitengestützte Telekommunikation

Dtsch Arztebl 1998; 95(19): [19]

Krüger-Brand, Heike E.

Grenzenlose Kommunikation von jedem Punkt der Erde aus soll das Satellitensystem Iridium ermöglichen, das voraussichtlich September 1998 in Betrieb gehen wird. Das Satellitennetz besteht aus 66 Satelliten, die seit Ende 1997 nach und nach in Umlauf gebracht werden - 46 wurden bislang erfolgreich positioniert - und die dann in einer Höhe von 780 km (im Low Earth Orbit - LEO) die Erde umkreisen sollen. Je elf Satelliten bewegen sich dabei auf sechs Erdumlaufbahnen, die Nord- und Südpol schneiden. Die geringe Entfernung zur Erde (zum Vergleich: geostationäre Satelliten kreisen in einer Höhe von 36 000 Kilometern) sorgt dabei für die rausch- und hallfreie Verbindung und die lückenlose Übermittlung von Sprache und Daten. Iridium wird zwei Satellitendienste und einen Paging Service anbieten. Für alle Dienste gilt, daß der Teilnehmer weltweit unter einer Telefonnummer erreichbar ist. Während der eine der beiden Satellitendienste ausschließlich die Kommunikation über die Iridium-Satelliten betreibt (Satellite only service), ermöglicht der sogenannte Universal Service über ein spezielles Handy die automatische Nutzung gegebenenfalls vorhandener terrestrischer GSM-Mobilnetze (D1, D2 und E-Plus). Erst wenn kein passendes erdgestütztes System bereitsteht, übergibt das Handy die Signale an den jeweils verfügbaren Satelliten. Die einzelnen Satelliten wiederum stehen über sogenannte Intersatellite Crosslinks in direkter Verbindung und leiten die Signale weiter, bis sie entweder das angerufene Handy erreichen oder über Bodenstationen - rund 20 weltweit verteilte Gateways sind geplant - in die Festnetze bzw. erdgestützten Mobilfunknetze eingespeist werden. Der komplette Übertragungsvorgang vollzieht sich dabei im Bruchteil von Sekunden. Auch im letzteren Fall benötigen die Iridium-Nutzer dabei nur ein Telefon und erhalten ebenfalls nur eine nach Einzelgesprächen aufgeschlüsselte Rechnung.
Iridium bekommt darüber hinaus von der International Telecommunication Union (ITU) eine weltweite Zugangsnummer. Diese internationale Kennung (+8816) ist mit dem Ländercode vergleichbar. Anwender, die bei Iridium unter Vertrag sind, erhalten damit eine weltweit gültige Vorwahlnummer.
Das Iridium-Konsortium wird rund 3,4 Milliarden Dollar in den Aufbau des Satellitennetzes investieren. Neben dem Hauptaktionär Motorola, der die Technik zur Verfügung stellt, ist o.tel.o, die Telekommunikationsgesellschaft von Veba und RWE, mit zehn Prozent als drittgrößter Einzelinvestor am internationalen Satellitenprojekt beteiligt. Für Siemens dürfte als Lieferant der Gateway-Vermittlungstechnik ebenfalls ein Stück vom großen Kuchen abfallen. Heike E. Krüger-Brand

Informationen: Iridium Communications GmbH, Jägerhofstraße 19 - 20, 40479 Düsseldorf, Tel 02 11/49 73-1 76

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