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Supplement: Praxis Computer

Finanzprogramme für das Praxismanagement: Liquiditäts-Analyse

Dtsch Arztebl 1998; 95(19): [24]

Nietsch, Peter

Die Fähigkeit, fälligen Verbindlichkeiten nachzukommen, ohne die Betriebssubstanz zu belasten, wird als Liquidität bezeichnet. Entscheidend ist dabei die Berücksichtigung zu erwartender Steuervorauszahlungen und privater Aufwendungen. Inzwischen gibt es einige Softwarelösungen, die Hilfe beim Finanzmanagement bieten.
Nachfolgend werden zwei Windows-Programme vorgestellt, die als "persönliche Finanzmanager" - mit unterschiedlichen Schwerpunkten - speziell für Ärzte entwickelt wurden.
PraxisInvest
Zur Überprüfung von Liquidität und Investitionskosten sowie Analyse des Mindestumsatzes eignet sich PraxisInvest. Das Programm ermöglicht eine Kostensimulation, die sowohl vor der Niederlassung als auch routinemäßig durchgeführt werden kann. Nach dem Start kann sich der Anwender zunächst mit der Funktion von Schaltflächen und Dateneingaben vertraut machen, bevor er mit der eigentlichen Kostensimulation beginnt. Im Hauptmenü erscheinen dann die Schaltflächen für Grunddaten, Einnahmen, Praxisausgaben und Privatausgaben. Unter Grunddaten müssen unter anderem Fachgebiet und Bundesland eingegeben werden, weil davon die Vorschläge für Investitionskosten und die Tariftabellen abhängen. Fallwerte, Fallzahlen, weitere Praxiseinnahmen, Steuererstattungen und Privateinnahmen werden unter Einnahmen erfaßt. Praxisausgaben umfassen Posten wie Personal, Finanzierungen, Praxisräume und Investitionen. Abschließend werden die individuellen Privatausgaben erfaßt.
Das Programm ordnet alle Daten in übersichtliche Formulare, die jederzeit eingeblendet werden können. Sämtliche Formulare sind weitgehend identisch aufgebaut, so daß sich eine leichte Benutzerführung ergibt. Zusätzlich erläutert noch ein Infofeld den jeweiligen Bearbeitungspunkt.
Nach der Datenerfassung kann die Schaltfläche Auswertung aktiviert werden. Hier wird zunächst der Mindestumsatz berechnet, der erforderlich ist, um alle Gesamtkosten zu decken. Bei der Liquiditäts-Analyse wird das zu versteuernde Einkommen berechnet und mit einbezogen. Wenn aufgrund dieser Analyse Kosten eingespart werden müssen, helfen Ausgaben-Vergleiche weiter, denen Daten des Statistischen Bundesamtes zugrunde liegen.
Mit PraxisInvest können die Posten von 15 Jahren erfaßt werden, so daß auch eine langfristige Auswertung möglich ist. Das Programm zeichnet sich durch eine leichte Bedienungsführung aus. Wer die wichtigsten Daten parat hat, kommt bereits nach wenigen Minuten zu ersten Ergebnissen. Für genauere Analysen sollte man sich jedoch zwei bis drei Stunden Zeit nehmen.
Advisus
Das Programm Advisus ist ein Finanzmanagement-System für Ärzte, die ihren Gewinn durch eine EinnahmenÜberschuß-Rechnung ermitteln. Dabei werden Daten ausgewertet, die beim Steuerberater ohnehin anfallen. Die Ergebnisse beinhalten eine Verknüpfung aller Daten miteinander und werden in Form leicht verständlicher Diagramme dargestellt.
Eine exakte Analyse ist nur möglich, wenn alle Konten durch Zuordnung definiert und entsprechende Bewertungskriterien vorhanden sind. Die Kontenzuordnung muß zusammen mit dem Steuerberater vorgenommen werden, wohingegen die Bewertungskriterien ein Programmbestandteil sind. Bei Änderungen, etwa von Finanzgesetzen, muß Advisus entsprechend angepaßt werden. Anhand der Auswertungen können der jeweilige Stand der Finanzen und die Trends mit einem Blick erfaßt werden. In Tabellen und/oder Grafiken wertet Advisus folgende Posten aus: n Betriebsvergleich (Abweichungen innerhalb der Branche nach Eingabe entsprechender statistischer Daten, etwa von der DATEV), n Gewinnverlauf (Gegenüberstellung der Monatsgewinne zweier Vergleichsjahre), n Kostenanalyse, n Umsatzverlauf, n Abschreibungsquote, n Investitionen (Anlagenzugänge in Relation zum Umsatz), n AfA-Investitionsraten-Vergleich, n Kontoentwicklung, n Vermögensstatus.
Die Einkommensteuer-Berechnung stellt einen zentralen Punkt für den finanziellen Überblick dar. Mit Advisus kann jeden Monat eine Hochrechnung erstellt werden, um die zu erwartende Einkommensteuer-Nachzahlung und Vorauszahlung mit einzubeziehen. Die Liquiditätsberechnung teilt sich in betriebliche und private Zu- und Abflüsse. Mit einer Detail-Ansicht ist durch die Überprüfung der Einzelbeträge eine gute Hilfe für mögliche Einsparungen gegeben.
Die Benutzerführung des Analyseprogramms wurde gut gestaltet, so daß trotz komplexer Auswertungsmöglichkeiten kaum steuerliche Vorkenntnisse notwendig sind. Falls doch einmal Hilfe benötigt wird, geben die Online-Direkthilfe, ein Handbuch und die Hotline des Herstellers Auskunft. Neben dem Finanz-Managementsystem ist ein zweites Modul "Betriebs-Management" - unter anderem mit Adreß-, Termin und Dokumentenverwaltung - erhältlich.
Peter Nietsch
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