Der Marburger Bund (MB) hat seine Mitglieder an den Universitätskliniken zu einem unbefristeten Vollstreik aufgerufen. Dieser soll am 7. November beginnen. Vorausgegangen war eine Urabstimmung der MB-Mitglieder an den Universitätskliniken, in der sich 97,4 Prozent der teilnehmenden Ärzte für den Streik aussprachen. „Die Ärztinnen und Ärzte in den Unikliniken haben vor fünf Jahren den ersten Arzt-Tarifvertrag erkämpft. Auch jetzt sind sie entschlossen, für die Durchsetzung ihrer Forderungen notfalls einen langen Weg zu gehen“, betonte der Zweite Vorsitzende des MB, Dr. Andreas Botzlar, am 21. Oktober in Berlin.
Vom ersten Streiktag an werde es zu tagelangen Verzögerungen in den nicht notfallmäßigen Behandlungsabläufen kommen, kündigte der MB an. Foto: dpa
In fünf Runden verhandelten die Delegationen des MB und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) über einen neuen Tarifvertrag für die Ärzte an den 23 Universitätskliniken im Tarifbereich der TdL. „Die TdL wollte uns dabei ein Tarifdiktat aufzwingen: 3,75 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren“, sagte Botzlar. Damit habe sie noch nicht einmal einen vollen Inflationsausgleich in Aussicht gestellt. Selbst minimale Verbesserungen hätten die Ärzte durch Urlaubsverzicht oder längere Arbeitszeiten selbst finanzieren sollen.
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„Das Problem ist, dass wir mit Vertretern der Finanzministerien sprechen, also mit Leuten, die nichts mit dem Krankenhaus zu tun haben“, meinte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Er habe den Eindruck, ergänzte Botzlar, „dass das, was die TdL vertritt und das, was die Unikliniken wünschen, weit auseinander liegt“. Die Kliniken hätten sich bereits auf Tarifsteigerungen eingestellt und verstünden nicht, warum die TdL dies nicht ausschöpfe. Mittlerweile seien die Einkommensbedingungen in allen Krankenhäusern besser als an den Unikliniken, obwohl dort auch Forschung und Lehre verlangt werde.
Die TdL kritisierte die Streikankündigung und forderte die Ärzte auf, ihre „unrealistischen Forderungen zu überdenken und an den Verhandlungstisch zurückzukehren“. Der TdL-Vorsitzende, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), bezeichnete die angekündigten Streiks als „unnötig, ärgerlich und nicht verantwortbar“. fos
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