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AKTUELL

Psychische Erkrankungen: Modewort „Burn-out“ zu unpräzise

Dtsch Arztebl 2011; 108(45): A-2368 / B-2000 / C-1972

Hillienhof, Arne

Depression oder Burn-out? Vielen Patienten ist der letztere Begriff lieber. Foto: Your Photo Today

Vor einem inflationären Gebrauch des Modewortes „Burn-out“ hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe gewarnt. „Auch wenn zu begrüßen ist, dass hierdurch die große Bedeutung psychischer Erkrankungen deutlicher und die diesbezügliche Sensibilität erhöht wird, so wird der inflationäre Gebrauch des schwammigen Begriffs Burn-out von vielen Betroffenen und Experten aus mehreren Gründen als Verwirrung stiftend, irreführend und längerfristig Stigma verstärkend eingeschätzt“, hieß von der Stiftung.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, wies darauf hin, dass der Begriff „Burn-out“ nicht klar definiert sei. Entsprechend gebe es für die psychischen Störungen, die unter Burn-out zusammengefasst würden, auch keine Behandlungen mit Wirksamkeitsbelegen aus methodisch guten Studien.

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Ein Großteil der Menschen, die wegen „Burn-out“ eine längere Auszeit nehmen, litten in Wahrheit an einer depressiven Erkrankung. Dazu gehöre auch das Gefühl tiefer Erschöpftheit. Problematisch und nicht selten in gefährlicher Weise irreführend sei dabei, dass der Begriff „Burn-out“ eine Selbstüberforderung oder Überforderung von außen als Ursache suggeriere.

Aber auch wenn ausnahmslos jede Depression mit dem Gefühl der Erschöpftheit einhergehe, sei nur bei einer Minderheit der depressiv Erkrankten eine Überforderung der Auslöser. Mit dem Begriff Burn-out sei häufig die Vorstellung verbunden, dass ein ruhigerer Lebensstil eine gute Strategie sei. Handle es sich aber tatsächlich um eine Depression, so sei dies keine empfehlenswerte Maßnahme. hil


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