Supplement: PRAXiS
Mehr Druck nötig
Dtsch Arztebl 2011; 108(45): [1]


Die Empfehlungen des Bundesrates zum Entwurf des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes enthalten einen Passus, der die Arztsoftwarehersteller beunruhigen dürfte: Sie sollen zur Implementierung einer einheitlichen Schnittstelle für den Datenaustausch in der vertragsärztlichen Versorgung gezwungen werden. Die Systeme müssten künftig zwingend herstellerunabhängig wie auch mit Software von Drittherstellern kommunizieren, so dass eine einheitliche Schnittstelle, die diese Kommunikation ermöglicht, dringend geboten sei, heißt es zur Begründung.
Prompt hat sich der Bundesverband für Gesundheits-IT, der etwa 90 Prozent des IT-Marktes im Gesundheitswesen abdeckt, zu Wort gemeldet und diese Forderung als „nicht zielführend“ zurückgewiesen. Die Vorgabe einer Schnittstelle durch Körperschaften des öffentlichen Rechts – gedacht ist dabei an die Kassenärztliche Bundesvereinigung – sei wettbewerbsrechtlich bedenklich. Ein Industriestandard für den Datenaustausch sei dem vorzuziehen. Bislang jedoch haben die Unternehmen an dem Schnittstellenwirrwarr und der fehlenden Interoperabilität gut verdient und zudem einen Systemwechsel der Anwender dadurch erschwert. Warum also sollten sie daran etwas ändern wollen? Höchste Zeit, dass Druck von außen kommt.
Heike E. Krüger-Brand
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