BERUF

Älterwerden in Deutschland: Selbstbestimmtes Leben hat Priorität

Dtsch Arztebl 2011; 108(50): [83]

Krüger-Brand, Heike E.

Ergebnisse einer Studie im Auftrag des F.A.Z.-Instituts und der Deutschen Telekom AG

Fast die Hälfte aller Deutschen ab 45 Jahren befürchtet, im Alter ein Pflegefall zu werden. 80 Prozent wollen selbst mit körperlichen Einschränkungen auch im Alter selbstständig zu Hause leben. Das sind Ergebnisse der Studie „Themenkompass Älterwerden in Deutschland“, für die das forsa-Institut im August 1 000 in Privathaushalten lebende Personen ab 45 Jahren zu ihren Einstellungen in Bezug auf das Alter sowie das technikunterstützte Leben mit Assistenzsystemen befragte.

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Unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) werden Lösungen entwickelt, die älteren Menschen auch bei körperlichen oder geistigen Einschränkungen das Leben erleichtern sollen. Zwar ist ein flächendeckender Einsatz von AAL-Technologien nicht in Sicht, doch das Interesse daran wächst, wie die Befragung zeigt.

Höchste Priorität haben für die Befragten der schnelle Zugang zu medizinischer Betreuung sowie eine gute Versorgungsinfrastruktur in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld. AAL-Technologien und -Dienste, die den Komfort und die Sicherheit erhöhen, stoßen ebenfalls auf große Zustimmung. Vor allem Notrufsysteme, Sicherheitsmelder und Dienste zur Sturzüberwachung hält die große Mehrheit der Befragten für sinnvoll. Telemedizinisches Homemonitoring befürworten etwa zwei Drittel. Auch Portale, die einen einfachen Zugriff auf haushaltsnahe Dienste oder lokale Informationen ermöglichen, stoßen auf Akzeptanz.

Wichtigstes Ziel sollte es nach Meinung von 97 Prozent der Befragten sein, mit Hilfe der Assistenzsysteme so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben. Für 94 Prozent der Befragten muss dadurch auch gewährleistet sein, dass im Bedarfsfall, etwa bei einem Sturz, schnell und gezielt Hilfe geholt werden kann. 87 Prozent hoffen darüber hinaus, dass Assistenzsysteme dazu beitragen, Kosten im Gesundheitswesen zu senken, indem beispielsweise unnötige Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte vermieden werden. KBr

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