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AKTUELL: Akut

Weniger Genitalwarzen durch HPV-Impfung

Dtsch Arztebl 2011; 108(50): A-2690 / B-2246 / C-2218

EB

Eine aktuelle Studie mit Daten vom Melbourne Sexual Health Center (MSHC) stützt die Annahme, dass die Impfung mit dem tetravalenten Impfstoff Gardasil® vier Jahre nach dem Start des nationalen HPV(Humane Papillomviren)-Impfprogramms in Australien zu einem deutlichen Rückgang der Fälle von Genitalwarzen bei unter 21-Jährigen geführt hat.
Bei den Frauen sank die Häufigkeit von Neuerkrankungen von 18,6 auf 1,9 Prozent, bei den heterosexuellen Männern von 22,9 auf 2,9 Prozent (Sex Transm Infect 2011. doi: 10.1136/sextrans-2011–050234).

Im Rahmen des staatlichen Impfprogramms wurden von Mitte 2007 bis Ende 2009 Mädchen und junge Frauen im Alter von zwölf bis 27 Jahren mit dem tetravalenten Impfstoff gegen die vier HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 immunisiert. Von Mitte 2004 bis Mitte 2011 wurden am MSHC insgesamt mehr als 50 000 Patienten untersucht. 5 021 von diesen waren an Condylomata acuminata erkrankt und wurden verschiedenen Risikogruppen zugeordnet. Bereits Ende 2008 verzeichnete das MSHC eine deutlichen Rückgang (25 Prozent pro Quartal) der Erkrankungen bei Frauen unter 28 Jahren.

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In der nun vorliegenden Studie wurde die Häufigkeit neu diagnostizierter Genitalwarzen in zwei Zwölfmonatsperioden (2007/2008 versus 2010/2011) miteinander verglichen. Dabei wurde ein massiver Rückgang der Erkrankungen an Genitalwarzen bei unter 21-Jährigen festgestellt: Die Zahlen belegen, wie sich eine sehr hohe Impfrate von etwa 70 Prozent in der Zielgruppe der jungen Frauen im Sinne einer Herdenimmunität auf die Männer überträgt. So trägt das nationale HPV-Impfprogramm in Australien maßgeblich dazu bei, dass Condylomata über heterosexuelle Übertragungswege immer seltener werden.

Eine Wirksamkeitsstudie des HPV-Impfstoffs mit homo- und heterosexuellen Jungen und Männern zwischen 16 und 26 Jahren hatte gezeigt, dass die Anzahl der durch die HPV-Typen 6,11,16 und 18 verursachten Läsionen im Genitalbereich in der Per-Protokoll-Population insgesamt um 90,4 Prozent sank (NEJM 2011; 364: 401–11).

Genitalwarzen, die überwiegend durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht werden, sind über Sexualkontakte leicht übertragbar; bereits Petting reicht aus, denn HP-Viren werden über Hautkontakt weitergegeben. Da Kondome diesen Bereich nicht vollständig bedecken, bleibt das Infektionsrisiko bestehen. EB


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