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Brustimplantate: Betroffenen in Frankreich wird Explantation empfohlen
Dtsch Arztebl 2012; 109(1-2): A-4 / B-4 / C-4


Export in alle Welt: Die Hülle der mit Billig-Silikon gefüllten Brustimplantate reißt angeblich schneller. Foto: dapd
Etwa 30 000 Frauen in Frankreich, die Brustimplantate der Firma Poy Implant Prothèse (PIP) tragen, wird empfohlen, diese auf Kosten der Krankenkasse wieder entfernen zu lassen. Die Explantation wird als vorbeugende, aber nicht dringliche Maßnahme beschrieben. Bei Patientinnen, die die Implantate im Rahmen einer Rekonstruktion der Brust erhielten, muss die Krankenkasse auch den Austausch gegen ein neues Implantat zahlen.
Bei einer ästhetischen Indikation müssen die Frauen die Kosten für das neue Implantat selbst tragen, teilte der Gesundheitsminister Xavier Bertrand mit. Grundlage ist ein Gutachten dreier Gesundheitsinstitute vom 22. Dezember 2011: Danach lässt sich zwar ein kausaler Zusammenhang mit den acht beobachteten Krebserkrankungen, insbesondere einem Fall eines anaplastischen großzelligen Lymphoms, derzeit noch nicht herstellen. Allein die hohe Rate von Rupturen und Defekten des implantierten Materials rechtfertige aber das Vorgehen.
Die 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit Hunderttausende mit einem Billig-Silikon gefüllte Brustimplantate verkauft. Auch Frauen in Deutschland tragen die Brusteinlagen, genaue Zahlen sind allerdings nicht bekannt. Die deutschen Behörden empfehlen auch nicht pauschal, sich die Implantate entfernen zu lassen. Die Gefahr einer Ruptur des Materials wird unterschiedlich bewertet. TG
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