BÜCHER
Essstörungen: Hilfe und Selbsthilfe
PP 11, Ausgabe Januar 2012, Seite 45

Dieser vielfältig und anregend konzipierte Band richtet sich an Angehörige und Betroffene. Anhand konkreter Beispiele wird aufgeklärt, Verstehen und Begreifen ermöglicht und erste Schritte zur Hilfe und Selbsthilfe gegeben. Die hilfreiche Metapher „Hunger nach Leben“ dient als Orientierung und bereitet so ein Verstehen und Begreifen vor allem auf der Seite der Angehörigen vor. Deren Hilf- und Orientierungslosigkeit wird auch durch die Geschichten vieler von einer Essstörung Betroffener sowie durch die konkreten Kommentare erfahrener therapeutischer Fachleute wirksam begegnet.
Ansatzpunkt ist jeweils eine zentrale Thematik und Symptomatik, wie zum Beispiel Bewegungsdrang, Gefühle und Essen, Essattacken, Stress an Feiertagen und Kontrollsucht. Zusätzliche Übungen zu Selbstbeobachtung, Gegensteuerung und kleinen Veränderungen lassen sich direkt im Alltag erproben, machen Mut und zeigen so eine Richtung aus dem mentalen Käfig einer Essstörung auf. Das macht den Band vielfältig, abwechslungsreich und einladend.
Fazit: Ein Ratgeber, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist, weil er die Etappen vor, während und nach unterschiedlichen Therapien angemessen beleuchtet, Risiken und Nebenwirkungen diskutiert und hieraus für alle Beteiligten und Betroffenen hilfreiche Anregungen gibt. Joachim Hackler
Nicole Schuster: Wenn Essen Angst macht. Essstörungen – Fakten, Geschichten, Hilfen. Kohlhammer, Stuttgart 2011, 236 Seiten, kartoniert, 24,90 Euro
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