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WIRTSCHAFT

Lebensversicherungen: Die Renditen sinken weiter

Dtsch Arztebl 2012; 109(4): A-164

Löwe, Armin

Aber die Überschussbeteiligungen liegen immer noch über den Zinsen, die am Kapitalmarkt zu erzielen sind.

Die Lebensversicherer senken für 2012 erneut die laufende Verzinsung (auch Überschussbeteiligung genannt) der angelegten Kundengelder – und das sogar stärker als in früheren Jahren. Die gute Nachricht: Die Überschussbeteiligung, eine wichtige Kennzahl für die Rendite der Lebensversicherung, ist mit durchschnittlich vier Prozent immer noch deutlich höher als die Zinsen, die am Kapitalmarkt zu erzielen sind. Diese liegen derzeit für zehnjährige Bundesanleihen bei 1,82 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 2,94 Prozent.

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Im Durchschnitt zahlen die Lebensversicherer für 2012 eine Überschussbeteiligung von vier Prozent. Im letzten Jahr wurden noch 4,07 Prozent gutgeschrieben, 2009 waren es sogar 4,26 Prozent. Das geht aus Berechnungen der Kölner Rating-Agentur Assekurata hervor. Von 63 dort erfassten Lebensversicherungen senken 50 die Verzinsung, zwölf halten sie stabil und nur eine, die Deutsche Ärzteversicherung, erhöht sie. Hier gibt es 4,05 Prozent (nach vier Prozent).

Abgesenkter Garantiezins

Seit dem 1. Januar gilt auch ein niedrigerer Garantiezins. Für neue, nach dem Jahreswechsel abgeschlossene Lebensversicherungen wird nur noch ein Zins von 1,75 Prozent auf die Kapitalanlagen garantiert, bislang waren es 2,25 Prozent. Hier handelt es sich um den staatlich festgesetzten Höchstzins (auch Höchstrechnungszins genannt), den die Lebensversicherungen ihren Kunden gutschreiben dürfen. Dieser Höchstsatz wird vom Staat bestimmt, um sicherzustellen, dass sich die Versicherungen nicht mit Zinsversprechen gegenseitig überbieten und damit ihre Bonität und Solvenz beeinträchtigen.

Zum Teil hatte sich die Branche gegen die starke Senkung des Garantiezinses gesträubt, weil damit ein Verkaufsargument verloren gehe. Der Garantiezins schränkt die Lebensversicherer in ihren Anlagemöglichkeiten ein, weil sie sich auf sichere Anleihen beschränken müssen, die in der Niedrigzinsphase nur geringe Erträge abwerfen.

Der Garantiezins und die Überschussbeteiligung werden nicht auf die gesamte Prämie gezahlt, sondern auf die eingezahlten Prämien nach Abzug der Kosten für Provisionen und Verwaltung. In Wahrheit erzielen die Lebensversicherungen weit höhere Erträge auf die Kundengelder. Aus diesen Überschüssen beteiligen die Lebensversicherer die Versicherungsnehmer durch die laufende Überschussbeteiligung. Der einmal zugesagte Garantiezins bleibt über die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrags erhalten. Verträge, die vor 2004 abgeschlossen wurden, erhalten je nach Abschlusstermin einen garantierten Zinssatz von bis zu vier Prozent. Das gilt aber nur noch für einen kleinen Teil der Verträge. Im Durchschnitt aller Verträge müssen die Lebensversicherer eine deutlich geringere Garantieverzinsung erwirtschaften. Bei der Allianz Leben beträgt die im Durchschnitt aller Verträge gewährte Garantieverzinsung 3,2 Prozent.

Von 3,35 bis 4,6 Prozent

Zu den Überschussbeteiligungen kommen noch ein Schlussüberschuss und ein Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven. Das ergibt bei der Allianz eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von mindestens 4,5 Prozent (2011: 4,7 Prozent). Beim aktuellen Niveau der Bewertungsreserven kommt noch eine zusätzliche Verzinsung von 0,1 Prozent hinzu.

Die Bewertungsreserven ergeben sich aus dem Unterschied zwischen Zeitwert und Buchwert der zu Anschaffungskosten bewerteten Kapitalanlagen. Diese stillen Reserven stehen den Versicherten zu, die Aufteilung erfolgt nach der Höhe und der Anlagedauer des vom Kunden eingezahlten Kapitals. Weil die Höhe der stillen Reserven von Jahr zu Jahr mit der Finanzmarktentwicklung schwankt, wird ein Sockelbetrag festgelegt. Bei Vertragsablauf wird als Beteiligung an den Bewertungsreserven mindestens der Sockelbetrag ausbezahlt.

Die höchsten Überschussbeteiligungen zahlen 2012 Targo, Interrisk, Europa, Ageas Deutschland, Neue Leben und Stuttgarter mit 4,6 Prozent. Am Ende steht Zürich Leben mit 3,35 Prozent.

Armin Löwe


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