Warum will denn schon seit langem keiner mehr Hausarzt werden, wenn es doch ein vor allem finanziell so attraktiver Beruf ist?
Ich bin seit mehr als 20 Jahren als Hausarzt niedergelassen und beurteile die aktuelle Situation so:
Seit 20 Jahren werden mein Engagement und meine Empathie konsequent von Politik, Kassen und KV ausgebeutet.
Ich werde in meiner täglichen Arbeit zugeschüttet mit Ansprüchen von allen Seiten: Patienten, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung, Gewerbeaufsicht, Arbeits- und Betriebsmedizin, Qualitätsmanagement und und und . . .
Alle wissen ganz genau, was ich zu tun und zu lassen habe; aber, dass immer mehr Aufwand auch bezahlt werden muss, davon wollen Kassen und Politik nichts hören.
Ihr alle habt Glück, dass mich meine Auffassung vom Arztberuf, leider aber auch die Schulden, die ich in Erwartung einer angemessenen wirtschaftlichen Entwicklung eingegangen bin, an einem Wechsel hindern.
Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, dann hieße das: Arzt ja, niedergelassener Arzt nein, niedergelassener Hausarzt zehnmal nein . . .
Anzeige
Lösungsvorschläge:
deutlich mehr Geld (seit Jahren werden 30 Prozent meiner Arbeit nicht honoriert, Hausbesuche werden für ein Trinkgeld erbracht)
Weg mit dem ewigen unsäglichen Regressdruck.
Wenn die (vor allem finanziellen) Sorgen weniger werden, wird auch die Arbeit wieder Spaß machen, und das wird sich nahtlos auf den Nachwuchs auswirken.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Volltreffer.Deckt sich haargenau mit meiner Sicht der Dinge.Nur sehe ich etwa 50% der Arbeit als unbezahlt an.Könnte man eine Spendenbescheinigung beim deutschen Staat,Abteilung Soziales,bekommen ?
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.