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MEDIZIN: Diskussion

Schlusswort

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Dtsch Arztebl Int 2012; 109(5): 77; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0077

Mpotsaris, Anastasios; Hennigs, Svenja

Die Autoren danken den Kollegen für die kritischen Stellungnahmen und möchten im Rahmen der Diskussion noch einmal darauf hinweisen, dass der Hauptteil des Abschnittes „Material und Methoden“ aus Platzgründen in die Online-Version des Beitrages ausgegliedert werden musste. Dort ist das exakte Vorgehen inklusive der Einschlusskriterien formuliert. Vor diesem Hintergrund ist es unter Umständen zu Fragen oder Missverständnissen gekommen. Wir möchten zum Beitrag von Herrn Kollegen Rabenstein anmerken, dass leitlinienkonform eine erfolglose konservative Therapie der Wirbelkörperfraktur Voraussetzung für die Durchführung der Vertebroplastie war. Somit wurden nur konservative „Therapieversager“ eingeschlossen. Dass auch eine konservative Therapie zum Erfolg führen kann, ist selbstverständlich. Allerdings konnte in der Vertos-II-Studie (prospektiv, randomisiert, multizentrisch) die Überlegenheit der Intervention gegenüber dem konservativ behandelten Studienarm eindrucksvoll gezeigt werden (1). Gerade in der zitierten Studie von Wang et al. lautet die Schlussfolgerung, dass die Schmerzreduktion, die Besserung der Beweglichkeit und die Reduktion des Analgetikabedarfs in der Vertebroplastiegruppe dem konservativen Studien-Arm überlegen waren (2). Wichtig erscheint in diesem Vergleich zu erwähnen, dass die in der Regel deutliche Schmerzreduktion nach Vertebroplastie unmittelbar einsetzt und der Effekt dauerhaft ist. Zu den Studien von Buchbinder und Kallmes (3, 4) sei angemerkt, dass eine Vielzahl renommierter Arbeitsgruppen fundierte Kritiken publiziert haben. Vor diesem Hintergrund ist die unkritische Ablehnung der Vertebroplastie aufgrund dieser zwei Publikationen allein wissenschaftlich nicht hinnehmbar; die Diskussion ihrer Schwächen ist vielmehr wissenschaftlich notwendig.

Frau Kollegin Thomasius weist auf die S3-Leitlinie des Dachverbandes Osteologie hin, in der aktualisierten Fassung aus 2009. Die Leitlinie stützt sich in ihrem Passus zur Methode der Vertebroplastie und Kyphoplastie und den daraus resultierenden Empfehlungen hauptsächlich auf die Studien von Kallmes und Buchbinder. Die Entwicklung der letzten zwei Jahre bietet jedoch Anlass, die Wertigkeit der Methode im Gesamttherapiekonzept der osteoporotischen Sinterungsfraktur kritisch zu reevaluieren. Die strenge Auswahl geeigneter Patienten ist keine in der Rückschau erworbene Erkenntnis, sondern anhand der erwähnten vordefinierten Selektionskriterien eine der Studienvoraussetzungen gewesen. In jedem behandelten Fall handelte es sich um konservatives Therapieversagen, mit vorherigem Ausschluss degenerativer Schmerzursachen durch klinisch tätige Kollegen und gemeinsamer Einzelfalldiskussion. Dies war evidente Voraussetzung der in dieser Studie ausschließlich radiologischerseits durchgeführten Interventionen; die Behandlung der Grunderkrankung erfolgte dabei durch die zuweisenden Kollegen.

Wir denken abschließend, dass die Vertebroplastie ein Mosaikstein im therapeutischen Gesamtkonzept ist. Bei leitlinienkonformer Indikation und Durchführung durch einen erfahrenen Interventionalisten kann sie – wie wir an über 1000 Patienten zeigen konnten – bei geringem Risiko einen klinisch wertvollen Beitrag leisten.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0077

Dr. med. Anastasios Mpotsaris

Klinikum Vest, Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen

anastasios.mpotsaris@klinikum-vest.de

Dr. med. Svenja Hennigs

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Klazen CA, Lohle PN, de Vries J, et al.: Vertebroplasty versus conservative treatment in acute osteoporotic vertebral compression fractures (vertos ii): An open-label randomised trial. Lancet 2010; 376(9746): 1085–92. CrossRef MEDLINE
2.
Wang HK, Lu K, Liang CL, et al.: Comparing clinical outcomes following percutaneous vertebroplasty with conservative therapy for acute osteoporotic vertebral compression fractures. Pain Med 2010; 11(11): 1659–65. CrossRef MEDLINE
3.
Buchbinder R, Osborne RH, Ebeling PR, et al.: A randomized trial of vertebroplasty for painful osteoporotic vertebral fractures. New Engl J Med 2009; 361(6): 557–68. CrossRef MEDLINE
4.
Kallmes DF, Comstock BA, Heagerty PJ, et al.: A randomized trial of vertebroplasty for osteoporotic spinal fractures. New Engl J Med 2009; 361(6): 569–79. CrossRef MEDLINE
5.
Mpotsaris A, Abdolvahabi R, Hoffleith B, et al.: Percutaneous vertebroplasty in vertebral compression fractures of benign or malignant origin: a prospective study of 1188 patients with follow-up of 12 months. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(19): 331–8. VOLLTEXT

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