
Als „stimulierende Lorbeeren“ bezeichnet Prof. Dr. med. Reinhard Ludewig (88), ehemaliger Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie der Universität Leipzig, die jüngste Würdigung seiner Lebensleistung: Mitte Januar erhielt er in Leipzig das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
An der dortigen Universität entwickelte Ludewig maßgeblich das Fachgebiet Klinische Pharmakologie/Toxikologie und engagierte sich für die arzneimitteltherapeutische Weiterbildung von Ärzten und Apothekern. National und international bekannt wurde er nicht nur durch sein Werk „Akute Vergiftungen und Arzneimittelüberdosierungen“ (Erstauflage 1966, 10. Auflage 2007), sondern auch durch seine Forschungen im Bereich der medizinischen Graphologie. Seine Vorlesungen zu diesen Themen erfreuten sich bei Studierenden großer Beliebtheit.
Der praktische Arzt und Toxikologe hat in der Tat ein Gespür für Gifte: So untersuchte er handschriftliche Texte von bekannten Persönlichkeiten und studierte Berichte über ihre Krankheiten, um ihre Todesursache zu eruieren. Beispielsweise analysierte er Ludwig van Beethovens „Heiligenstädter Testament“ und wies anhand von handschriftlichen Texten Erkrankungen im Leber- und Hirnbereich des Komponisten nach. Das Rätsel um die Todesursache von Wolfgang Amadeus Mozart konnte Ludewig nicht lösen (DÄ, Heft 4/2006). Die Hypothese, dass er das Opfer einer Vergiftung wurde, hält er jedoch aufgrund der Schriftproben für unwahrscheinlich. Eva Richter-Kuhlmann
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