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Organspende: Lebendspender sollen besser abgesichert werden

Dtsch Arztebl 2012; 109(5): A-177 / B-161 / C-161

Siegmund-Schultze, Nicola

Wer Angehörigen eine Niere spendet, soll versicherungsrechtlich künftig besser gestellt sein. Foto: dpa

Die Fraktionen der Regierungskoalition möchten bei der geplanten Novellierung des Transplantationsgesetzes Lebendorganspender versicherungsrechtlich besserstellen.

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, es habe entsprechende Formulierungen für den Gesetzgebungsprozess im Bundestag ausgearbeitet und mit den betroffenen Ressorts abgestimmt.

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Hintergrund ist, dass es in der Vergangenheit Streit über die Übernahme von Kosten der Versorgung gegeben hat, wenn nach der Lebendspende einer Niere das verbliebene Organ funktionsuntüchtig wurde oder es zu anderen gesundheitlichen Problemen des Spenders kam. Der Vorschlag: Es soll einen Rechtsanspruch auf Entgeltfortzahlung für die ersten sechs Wochen nach der Operation geben. Hinzu kommt die Anhebung des nach sechs Wochen zu zahlenden Krankengeldes durch die Krankenkasse: Es soll für Organspender von 90 auf 100 Prozent des Nettoeinkommens angehoben werden. Unfallversicherer sollen verpflichtet werden, für die Spätfolgen einer Lebendspende wie Behandlungskosten und Reha aufzukommen – es sei denn, die Versicherer belegen, dass die Gesundheitsschäden nicht im Zusammenhang mit der Transplantation stehen. Dies wäre eine Beweislastumkehr im Vergleich zur aktuellen Situation. So sollen Spendern Rechtsstreitigkeiten erspart und die medizinische Versorgung sichergestellt werden.

Auch Bundesärztekammerpräsident Dr. med. Frank Ulrich Montgomery fordert, für Lebendorganspender Nachsorge, Reha-Maßnahmen und eine psychosoziale Nachbetreuung versicherungsrechtlich abzusichern. Außerdem dürften Lebendspender keine Nachteile beim Abschluss einer Lebensversicherung haben. nsi

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