81 Artikel im Heft, Seite 69 von 81

GELDANLAGE

Börsebius: Gutes Timing gefragt

Dtsch Arztebl 2012; 109(5): A-225 / B-197 / C-197

Gehören in ein gut sortiertes Depot Pharmaaktien? Der gesunde Menschenverstand neigt zu einem „Ja, klar, was denn sonst“, der kritische Branchenexperte schüttelt möglicherweise besorgt sein Haupt und weist auf die vielen Baustellen und Hürden hin, mit denen die Branche klarkommen muss. Da sind zum einen die renditeschmälernden Auswirkungen von zig Gesundheitsreformen und zum anderen aber auch gewaltige strukturelle Probleme.

So laufen in zwei Jahren Patente für Arzneimittel im Wert von 130 Milliarden Dollar aus. Mal eben schnell einen Blockbuster auf den Markt zu bringen, ist auch nicht gerade eine einfache Übung. Und teuer allemal. Daher versuchen die Hersteller mit aller Macht, die Laufzeiten „alter“ Patente zu verlängern. Sie können dann aber auch nicht die Margen durchsetzen, die bei neuen Medikamenten möglich wären.

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Novartis ist ein Paradebeispiel als Problemfall. Auf die Schweizer kommen zwei bis drei harte Jahre zu. Derzeit brechen die Umsätze weg, nachdem der Patentschutz für das Blutdruckmedikament Diovan ausgelaufen ist. Neue Produkte zum Schließen der klaffenden Lücke sind aktuell nicht in Reichweite. Kaufen würde ich Novartis also derzeit nicht, vor allem, weil erst im Dezember eine Studie zum Einsatz des Diovan-Nachfolgeprodukts Rasilez/Tekturna eingestellt werden musste.

In der Not schielen die Pharmafirmen nach profitablen Nischen, wie das bei Roche zu beobachten ist. Ganz aktuell will sich das Schweizer Unternehmen den Laborausrüster Illumina (Genomanalyse für jedermann, DNA-Screens) einverleiben. Das derzeit noch feindliche Übernahmeangebot beläuft sich auf stolze 5,7 Milliarden Dollar und kann durchaus noch aufgestockt werden. Der Deal, so er denn klappt, ist strategisch gesehen klug und sinnvoll.

Resümee: Ja, Pharmaaktien gehören in der Tat in ein gut sortiertes Depot, aber längst nicht alle. Das erste Gütekriterium ist eine hohe Dividendenrendite, das zweite aber die Frage, wie nachhaltig sich das einzelne Unternehmen künftige Erträge sichert. Sind schließlich die Protagonisten gefunden, bedarf es dann aber auch noch eines gelungenen Timings beim Kauf der Papiere. Roche und Bayer also jetzt kaufen und Novartis etwa 30 Monate zurückstellen. So kann der Anleger durchatmen.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Nicht wie an jedem 1. Samstag des Monats, sondern (wegen eines Auslandsaufenthalts) erst am 2. Samstag, dem 11. Februar 2012, können Sie in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenlose Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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