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MEDIEN

Gedächtnisstörungen: Hausärztliches Know-how

Dtsch Arztebl 2012; 109(5): A-213 / B-188 / C-188

Konitzer, Martin

Auf 70 Seiten bietet der Hausarzt und Geriater hausärztliches Know-how zum zentralen Problem der Demenz, der Gedächtnisstörung. Letztere ist Leitsymptom, therapeutische Herausforderung und alltägliche Betreuungsaufgabe für den Hausarzt. Nicht jede Gedächtnisstörung im Alter ist als demenziell einzustufen. Landendörfer bietet zunächst Kriterien für „normale“ und pathologische Altersvergesslichkeit. Pathologische Gedächtnisstörung im Alter ist in ihrer unmittelbaren Phänomenologie nicht kurzfristig differenzierbar hinsichtlich demenzieller oder anderer hirnorganischer Ursachen. Dies gelingt als Verdachtssicherung am besten im diagnostischen Längsschnitt aufgrund der erlebten hausärztlichen Anamnese.

Mittels kurzer Testverfahren – Inhalt des geriatrischen Assessment gemäß EBM – kann der Hausarzt seinen Verdacht erhärten, um dann in Kooperation mit spezialistischen Institutionen, wie der Gedächtnisambulanz und dem Psychiater, zur Diagnose zu kommen. Landendörfer fasst die pathophysiologischen Erkenntnisse der Demenzforschung prägnant zusammen: Drei Viertel der Erkrankungen sind durch Alzheimer bedingt, nicht ganz ein Viertel entsteht auf vaskulärer Grundlage. Einfaches hausärztliches Differenzierungsmerkmal: neurologische Herdsymptome bei der vaskulären Ursache.

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Ziele kausaler Therapie relativiert Landendörfer mittels des Terminus „Parallelverschiebung“: Reduktion der Beschwerden, Verzögerung der Verschlechterung. Mit dieser Vorgabe enthält sich der Autor schriller Pharmakritik und einschmeichelnder Verordnungslyrik, stellt nüchtern die Wirkmechanismen der gängigen Stoffklassen dar. In hausärztlichem Zugriff setzt der Autor klar andere Akzente: Therapie der Verhaltensstörungen mittels Psychopharmaka, Ergotherapie, Physiotherapie; Gewährleistung eines stützenden Milieus im Sinne einer „Pflegefamilie“. Abschließend werden zentrale juristische Themen erörtert: Fahrtüchtigkeit, Pflegschaft und Patientenverfügung, aber auch die Bahnung in die stationäre Pflege bei finaler demenzieller Symptomatik.

Der Anhang bietet neben den gängigen Testbögen (etwa Barthel-Index, Uhrentest) eine Testbatterie zur Differenzierung von Depression und Demenz sowie Adressen (Alzheimer Gesellschaft, Bezug von Testmaterial). Das Literaturverzeichnis enthält zentrale hausärztliche und psychiatrische Texte und aktuelle Zeitschriftenverweise. Das Buch gehört auf jeden hausärztlichen Schreibtisch. Martin Konitzer

Peter Landendörfer: Gedächtnisstörungen. Kirchheim, Mainz 2010, 72 Seiten, kartoniert, 12,50 Euro


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