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81 Artikel im Heft, Seite 32 von 81

BRIEFE

Ein guter Arzt: Es gibt etablierte Definitionen

Dtsch Arztebl 2012; 109(5): A-210 / B-185 / C-185

Breckwoldt, Jan; Peters, Harm; Spies, Claudia

. . . In dem Artikel wird die These aufgestellt, dass der Begriff des „guten Arztes“ schwer fassbar sei. Das mag grundsätzlich richtig sein, allerdings lässt sich relativ klar ein entsprechender Korridor aufzeigen, der die notwendigen Eigenschaften und Haltungen eingrenzt. Verschiedene Fachgesellschaften im angloamerikanischen Raum beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit den Charakteristika des „guten Arztes“. Für den Bereich der universitären Ausbildung hat zum Beispiel das britische General Medical Council 1993 mit „Tomorrow’s Doctors“ ein umfassendes Rahmenwerk erarbeitet (zuletzt revidiert 2009). In ähnlicher Weise hat im Jahr 2000 das Council of Deans der medizinischen Hochschulen in Schottland „The Scottish Doctor“ herausgegeben (zuletzt revidiert 2007). Beide Publikationen machen klare Aussagen zu Kompetenzen jenseits der reinen medizinischen Behandlung und zur ärztlichen Haltung. So findet man zu Beginn von „Tomorrow’s Doctors“: „The duties of a doctor registered with the General Medical Council“.

Im zitierten Artikel werden die verschiedenartigen gesellschaftlichen Anforderungen („Die Ärzte stehen irgendwo dazwischen“) angesprochen. Auch für dieses Feld existieren international etablierte systematische Rahmenwerke. 1996 definierte das Royal College of Physicians and Surgeons of Canada für die postgraduale Weiterbildung ein Konstrukt aus sieben Rollen, die die unterschiedlichen ärztlichen Rollen zueinander in Relation setzen (CanMEDS Physician Competency Framework 1996, 2005). Die Rollen lauten „communicator“, „collaborator“, „manager“, „health advocate“, „scholar“, „professional“ und „medical expert“. Sie sind in leicht abgewandelter Form auch in die Arbeit am deutschen Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung und des Medizinischen Fakultätentages aufgenommen.

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Aus dem bisher Ausgeführten leitet sich aus unserer Sicht ab, dass Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns systematisch vermittelbar sind. Deutlich wird das bereits an den Kommunikations- und Interaktionstrainings, die inzwischen in den meisten humanmedizinischen Curricula des Landes etabliert sind. Einen Schritt weiter ist die Berliner Charité mit dem Format „Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns“ gegangen, das bereits seit 1999 im Reformstudiengang verpflichtend für alle Studierenden verankert war und das im aktuellen Modellstudiengang weiterentwickelt wurde . . .

Wir hoffen damit einen Beitrag zu leisten, dass die Studierenden in Zukunft dem Ideal des „guten Arztes“ näherkommen.

Literatur bei den Verfassern

Dr. med. Jan Breckwoldt, MME-D, Dieter Scheffner Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung

Prof. Dr. med. Harm Peters, Dieter Scheffner Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung

Prof. Dr. Claudia Spies, Prodekanin für Lehre Charité – Universitätsmedizin Berlin, 10115 Berlin


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