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Dtsch Arztebl Int 2012; 109(6): 114; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0114b

Pfeil, Joachim

Die Sicherheit für den Patienten bei operativen Eingriffen hat in der Entscheidungsbildung, welche Methodik angewandt wird, Priorität. Erfreulicherweise sind perioperative Komplikationen in der Hüftendoprothetik selten. Dies erschwert evidenzbasierte Aussagen zu treffen, in der Risikoabwägung vom Simultanersatz gegenüber dem zweimal einseitigen Vorgehen. So sahen wir bei keiner in den letzten fünf Jahren durchgeführten Simultanversorgungen am Hüftgelenk ( n = 77) eine Gelenkinfektion, Luxation oder ein klinisch feststellbares thromboembolisches Ereignis.

Wie im Artikel dargestellt konnten auch in Metaanalysen keine statistsch signifikanten Unterschiede gefunden werden bezüglich der genannten Risiken (1). Das zweimal einseitige Vorgehen birgt aber auch für den Patienten zweimal die Gefahr eine thromboembolische Komplikation zu erleiden.

Wichtig erscheint das Ergebnis der Analyse aller kniendoprothetischen Versorgungen der USA in den Jahren 1998 bis 2006, dass das Morbiditätsrisiko und Letalitätsrisiko ansteigen wenn während eines stationären Aufenthaltes zeitversetzt die zweite Operation durchgeführt wird. Deshalb sollte diese Vorgehensweise nicht gewählt werden (2).

In unserer Beurteilung ist der einzige Nachteil für den Patienten in der höheren Transfusionshäufigkeit zu sehen. So wurden in unserer prospektiven Studie (mit jeweils 30 Patienten) bei vier Patienten mit Simultanersatz aber nur bei zwei Patienten bei einseitiger Operation eine Fremdblutgabe durchgeführt. Bedenkt man aber, dass bei einer bilateralen Coxarthrose und zweimal einseitigem Vorgehen dann zweimal die Transfusionsnotwendigkeit gegeben sein kann, ist auch dieser Nachteil nicht mehr gegeben.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0114b

Prof. Dr. med Joachim Pfeil

St. Josefs-Hospital Wiesbaden

pfeiljo@joho.de

Interessenkonflikt
Prof. Pfeil hält zwei Patente bezüglich der externen Knochenfixation. Er erhält Lizenzgebühren von den Firmen Mathys und Smith and Nephew für Hüftendoprothesen. Prof. Pfeil ist im Advisory Board der Firma Boehringer Ingelheim. Prof. Pfeil erhielt Reise- und Übernachtungskosten von der Firma Smith und Netphen.

1.
Peak EL, Hozack WJ, Sharkey PF, Parvizi J, Rothman RH: One-stage bilateral total joint arthroplasty: a prospective, comparative study of total hip and total knee replacement. Orthopedics 2008; 31: 131. CrossRef MEDLINE
2.
Memtsoudis SG, Ma Y, González Della Valle A, et al.: Perioperative outcomes after unilateral and bilateral total knee arthroplasty. Anesthesiology 2009; 111: 1206–16. CrossRef MEDLINE
3.
Pfeil J, Höhle P, Rehbein P: Bilateral endoprosthetic total hip or knee arthroplasty. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(27): 463–8. VOLLTEXT

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