Editorial
Editorial
Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2012: 3

Hohes Selbstwertgefühl, wachsende Ansprüche, klare Vorstellungen vom Arbeiten und vom Leben, eben die „Generation Y“ – so werden Sie, die künftigen Ärztinnen und Ärzte, derzeit oft beschrieben. So auch bei einem Symposium der Bundesärztekammer Ende 2011.
Gut, dass einer der anwesenden Studierenden einmal klarstellte: „Wir wollen arbeiten!“ Denn die meisten Medizinstudierenden sind sich durchaus bewusst, dass der ärztliche Beruf nicht nur eine hohe berufliche Befriedigung und gute Verdienstmöglichkeiten, sondern auch physische und psychische Anstrengungen mit sich bringt. Sie sind motiviert.
Bewusst wählten Sie das Studium und den künftigen Beruf mit seinen Licht- und Schattenseiten. Die Wege, die man einschlagen kann, bleiben immer noch vielfältig: Während die einen frühzeitig ihre Liebe zur hausärztlichen Tätigkeit entdecken, wie die Studentin in unserer Reportage „Landarztgefühl“ (S. 14), wird für andere erst später ein Fachgebiet zu einem festen Bestandteil des eigenen Lebens, so wie die Kinder-und Jugendpsychiatrie für Lisa Kater (S. 24).
Richtig, Sie formulieren ihre Ansprüche. Die Bedingungen erlauben es aber auch. Für den Start in den ärztlichen Beruf sind sie so günstig, wie kaum jemals zuvor: Studiengebühren werden abgeschafft (S. 22), Krankenhäuser stehen im Wettbewerb um den ärztlichen Nachwuchs. Trotzdem ist klar, dass Motivation und Eigeninitiative nach wie vor gefragt sind.
Dass es daran nicht fehlt, zeigen die Erfolge, die Sie als Medizinstudierende mit errungen haben: In diesem Jahr wird die Ärztliche Approbationsordnung geändert (S. 7) und das Hammerexamen abgeschafft. Ferner werden Studierende wahrscheinlich die Möglichkeit erhalten, sich die Lehrkrankenhäuser für das praktische Jahr bundesweit frei auszusuchen. Die Arbeitgeber sollten sich also bewusst sein, dass die „Generation Y“ nicht nur fordert, sondern arbeiten und mitgestalten will.
Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann
Deutsches Ärzteblatt
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