BRIEFE
Berufspraxis: Einfühlsame Supervision für alle Geplagten
Dtsch Arztebl 2012; 109(7): A-326 / B-283 / C-279


Dass es dem homo patiens guttut, wenn er einem kompetenten und einfühlsamen Arzt begegnet, zeigt die Erfahrung, aber auch das Wissen um die Psychologie der Begegnung. Sie zeigt, dass sich freundliche Zuwendung auf die Psyche und über die Psyche auf den Körper positiv auswirkt. Insofern ist die Art der „Arzt-Patienten-Beziehung“ tatsächlich von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Patienten. Und ich gehe, solange mir keiner der Kandidaten widerspricht, davon aus, dass alle, die den ärztlichen Beruf anstreben und nicht nur Mediziner werden wollen, die Bereitschaft zur empathischen Zuwendung grundsätzlich mitbringen. Dass diese Bereitschaft im Verlauf der Zeit auf eine harte Probe gestellt wird und dadurch die Zuwendung zu den Patienten tangiert ist, sollte freilich nicht überraschen. Denn die Herausforderungen durch das berufliche, aber auch durch das private und familiäre Umfeld, in ihrer bisweilen nagenden Wucht, können existenziell gravierend frustrieren. In nicht unbedingt nur gravierenden Fällen ist den Geplagten eine einfühlsame Supervision zu wünschen . . .
Pater Vinzenz Ganter, 67405 Neustadt
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