MEDIZIN: Diskussion
Pansinusitis möglich
Pansinusitis Possible
Dtsch Arztebl Int 2012; 109(8): 150; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0150a


Nach unserer Ansicht fehlen in dem Abschnitt „Diagnostik und Differenzialdiagnosen des Clusterkopfschmerzes“ Hinweise auf die Möglichkeit einer akuten oder auch latente Pansinusitis.
Die Autoren vermuten, dass der posteriore Hypothalamus eine Schlüsselrolle bei der Auslösung einnimmt. Es ist hinreichend bekannt, dass das Ausbreitungsgebiet der Nasennebenhöhlen, also Stirnhöhlen, Siebbeinhöhlen, Keilbeinhöhle und Kieferhöhlen, in engem Zusammenhang mit dem Nervus trigeminus steht. Die in der Therapie unter anderem genannte Einträufelung von 10%-iger Procainlösung in die Nase, wo die Wirkung über eine lokalanästhetische Blockade des Ganglions sphenoidale erfolgen soll, verlangt die vorhergehende Abklärung einer möglichen, wenn auch latenten Pansinusitis, insbesondere Sinusitis sphenoidalis.
Die Autoren geben als Akuttherapie der Clusterattacken unter anderem auch die Inhalation von Sauerstoff über eine geschlossene Mund-Nasen-Maske an. Wir finden das interessant, vermissen aber eine theoretische Erklärung der Wirkung von Sauerstoffatmung. Außerdem erlauben wir uns darauf hinzuweisen, dass die Sauerstoffapplikation unter hyperbaren Bedingungen in einer Druckkammer theoretisch viel wirksamer sein könnte, da nur durch dieses Verfahren auch der Sauerstoffpartialdruck in den Liquorräumen und im Cerebrum nach den Gasgesetzen erhöht werden kann.
Bei der Migräne sind in der Literatur Erfolge bekannt, beim Cluster nur einzelne Beobachtungen.
DOI: 10.3238/arztebl.2012.0150a
Prof. Dr. med. habil. Hans Lamm
Lister Krankenhaus (HBO), Hannover
Dr. med. Manfred Peter Müller-Kortkamp
Soltau, praxis@mueller-kortkamp.de
Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.
1.
Gaul C, Diener HC, Müller OM: Cluster headache—clinical features and therapeutic options. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(33): 543–9.
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