BRIEFE
Seltene Krankheiten: Was Ärzte längst tun
Dtsch Arztebl 2012; 109(8): A-377 / B-327 / C-323


Manchmal wünscht man sich als Arzt einfach, dass wenigstens das DÄ die eigenen Bemühungen der Ärzteschaft wohlwollend zur Kenntnis nimmt und gegenüber der Politik offen darstellt. Da hat die KV Nordrhein, die seit vielen Jahren eine Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte hat, jahrelang Gespräche und Round-Table-Veranstaltungen unter anderem mit Selbsthilfegruppen zu seltenen Erkrankungen geführt, und das DÄ titelt „mehr Koordination erforderlich“. Da haben Facharztgruppen, wie zum Beispiel die Pneumologen in Köln, seit Jahren eine Liste mit Spezialisten für seltene Lungenerkrankungen und überweisen einander entsprechend. Da gibt es seit 1964 eine WATL, die jetzt im Januar 2012 einen Kongress in Berlin zu seltenen Lungenkrankheiten abhält, und da schreibt das DÄ „Das bisher Erreichte ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Da führen Ärzte landauf, landab zum Nulltarif lange Gespräche und lesen dicke Mappen mit Befundunterlagen, besuchen Kongresse, lesen Fachzeitschriften und googlen in Pubmed und Cochrane, und das DÄ zitiert Politiker mit „Ärzte benötigen mehr Informationen zu seltenen Erkrankungen“. Danke liebes Ärzteblatt! . . . Ich glaube, ihr Journalisten braucht mehr Informationen . . .
Norbert K. Mülleneisen, 51371 Leverkusen
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.