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MEDIZIN: Diskussion

Hysterektomien meistens überflüssig

Hysterectomy Is Mostly Unnecessary

Dtsch Arztebl Int 2012; 109(9): 158; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0158a

Rott, Gernot

Als Radiologe, der seit mehr als zehn Jahren Myom-Embolisationen durchführt, erhalte ich seit ebenso langer Zeit regelmäßig Anfragen von Frauen mit asymptomatischem Uterus myomatosus. Diese Frauen möchten wissen, ob eine vom niedergelassenen Gynäkologen empfohlene Hysterektomie, für welche auch häufig schon bereits ein Termin zur stationären Krankenhausaufnahme festgelegt wurde, nicht möglicherweise noch durch eine Behandlung mittels Myom-Embolisation zu umgehen sei. In der Regel benötigen diese Frauen selbstverständlich weder eine Hysterektomie, noch andere Operation, noch Myom-Embolisation, noch überhaupt sonstige Therapie.

Die Anzahl überflüssigerweise beziehungsweise ohne jegliche Indikation durchgeführter Hysterektomien in Deutschland dürfte leider nach wie vor erschreckend hoch sein. Frauen erfahren häufig zudem erst durch eigene Internet-Recherche von der Behandlungsmöglichkeit Myom-Embolisation.

Entsprechend erfreulich die Erwähnung der interventionell- radiologischen Verfahren Myom-Embolisation und fokussierter Ultraschall (HIFUS, high intensity focused ultrasound) im Artikel.

Ob die Myom-Embolisation einen negativen Einfluss auf die Fertilität hat, ist noch Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die hierbei meist betrachtete Studie von Mara (1) favorisiert diesbezüglich in der Tat die Myom-Ektomie gegenüber der Myom-Embolisation, weist jedoch bekanntermaßen Schwachstellen und Angriffspunkte auf. Ergebnisse anderer Studien (auf leider geringerem Evidenz-Niveau) gehen durchaus in die andere Richtung (2) beziehungsweise warten noch auf ihre Auswertung (3).

Unabhängig davon sollte ein fraglicher negativer Einfluss auf die Fertilität durch die Myom-Embolisation in einem Artikel über die Hysterektomie, nach der die Fertilität ohnehin kein Thema mehr ist, nicht als Argument gegen die Embolisation herangezogen werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2012.0158a

Dr. med. Gernot Rott

Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie

BETHESDA-Krankenhaus Duisburg

info@myom.therapie.de

Interessenkonflikt
Dr. Rott erhielt Erstattung von Kongressgebühren, Reisekosten und Übernachtungen von der Firma Terumo.

1.
Mara M, Maskova J, Fucikova Z, Kuzel D, Belsan T: Midterm clinical and first reproductive results of a randomized controlled trial comparing uterine fibroid embolization and myomectomy. Cardiovasc Intervent Radiol 2008; 31: 73–85. CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.
Pisco JM, Duarte M, Bilhim T, Cirurgiao F, Olveira A: Pregnancy after uterine fibroid embolization. Fertility and Sterility 2011; 95: 1121.e5–8. MEDLINE
3.
www.ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00839722: Fertility after UAE for the Treatment of Leiomyomas. Last accessed: 21 September 2009
4.
Stang A, Merrill RM, Kuss O: Hysterectomy in Germany: a DRG-based nationwide analysis, 2005–2006. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(30): 508–14.
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