19 Artikel im Heft, Seite 3 von 19

Supplement: PRAXiS

Telemedizinisches Netzwerk im Alpenraum

Dtsch Arztebl 2012; 109(9): [2]

EB

  • Das multidisziplinäre Telemedizinprojekt ALIAS (ALpine Hospitals Networking for Improved Access to Telemedicine Services), an dem sich acht Krankenhäuser in fünf Ländern des Alpenraumes beteiligen, startet in eine einjährige Pilotphase. An dem Netzwerk, das im Rahmen des europäischen Programms INTERREG von 2009 bis 2012 gefördert wird, beteiligen sich öffentliche Einrichtungen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll die telemedizinische Versorgung von Krankenhäusern im Alpenraum verbessert werden.

Auf Vermittlung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Umwelt nimmt das Klinikum Garmisch-Partenkirchen an ALIAS teil. In der ersten Projektphase wurden konkrete Anwendungsszenarien definiert, eine sichere Kommunikationsplattform (ACS = ALIAS Central System) entwickelt und vertragliche Regelungen getroffen. In der Pilotphase des Projekts sollen jetzt reale Daten zu konkreten Fragestellungen ausgetauscht werden. Die technologische Plattform könnte später Modellcharakter für den standardisierten Datenaustausch in regionalen Netzwerken haben.

„Die beteiligten Partner möchten im Projekt zum einen den Zugriff auf Behandlungsunterlagen im Ausland sicherstellen und zum anderen eine Möglichkeit schaffen, auf elektronischem Weg eine Zweitmeinung von Experten einzuholen“, beschreibt der IT-Leiter, Dr. Thomas Schmeidl, die Anwendungen. Plant künftig etwa ein chronisch kranker Patient aus der Region einen längeren Aufenthalt im Ausland, kann er reibungslos in einem angeschlossenen Krankenhaus weiter versorgt werden. Dieses hat mit Einverständnis des Patienten Zugriff auf seine entsprechenden Unterlagen und sendet eigene Aufzeichnungen an die Behandler im Heimatland zurück. Damit ist die Vollständigkeit der Dokumentation und Krankenakte gewährleistet.

Anzeige

„Häufiger werden wir aber wohl die Zweitmeinung eines Experten zu komplizierten oder unklaren Fragestellungen aus einem der beteiligten Krankenhäuser einholen“, meint Schmeidl. Der Ablauf ist dabei standardisiert: Die Anfrage wird an ALIAS gestellt, als Antwort kommt eine Übersicht aller Krankenhäuser im Netzwerk, die einen Experten vorhalten. Nachdem eine Klinik ausgewählt wurde, werden die notwendigen Unterlagen versandt und an einen Spezialisten zur Konsultation weitergeleitet. Sind Rückfragen nötig, können diese per ACS oder integrierter Videokonferenz gestellt werden.

Die Anfrage geht dabei immer an ein Krankenhaus oder eine Fachabteilung und nicht an eine Einzelperson, so dass die Erreichbarkeit erhöht wird. Die Empfänger werden elektronisch per SMS oder E-Mail bei Eingang der Unterlagen informiert. Es können beliebig große Datenmengen sicher ausgetauscht werden. Das System bietet stets eine fallbezogene Darstellung, in der die gesamte Kommunikation mit allen Dokumenten und Bildern zu einer Anfrage beziehungsweise zu einem Patienten zusammengefasst wird.

Bis zum Projektschluss Ende 2012 sollen die Kommunikationswege etabliert, neue Partner gewonnen und zur Darstellung von DICOM-Bildern ein spezieller Viewer in die Plattform integriert werden. EB

Informationen: Dr. Thomas Schmeidl,
Klinikum Garmisch-Partenkirchen, Leiter der Abteilung EDV und Qualitätsmanagement, Auenstraße 6, 82467 Garmisch-Partenkirchen, thomas.schmeidl@klinikum-gap.de


Drucken Versenden Teilen Leserbrief
19 Artikel im Heft, Seite 3 von 19

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

 Zeitraum HTML PDF 
5 / 2013 8 1
4 / 2013 11 0
3 / 2013 6 0
2 / 2013 11 2
1 / 2013 13 0
12 / 2012 2 0
2013 49 3
2012 117 5
Total 166 8

Leserbriefe

Alle Leserbriefe zum Thema

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in