Wer sich einen Überblick über Trends und Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien verschaffen will, ist bei der weltgrößten IT-Messe richtig. In diesem Jahr sind Datensicherheit und Datenschutz das Leitthema der Veranstaltung.
Fotos: CeBIT
Das übergeordnete Motto der internationalen IT-Messe lautet in diesem Jahr „Managing Trust – Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt“. Datensicherheit und Datenschutz sind wesentliche Voraussetzungen für elektronische Lösungen und deren Akzeptanz. Das Leitthema soll sich daher laut Veranstalter Deutsche Messe wie ein roter Faden durch die Ausstellung ziehen und in allen vier CeBIT-Plattformen – Arbeitswelt, Forschung, öffentliche Verwaltung und Privatbereich – sichtbar werden (www.cebit.de).
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Mit der globalen Vernetzung und dem Trend, jedes Objekt und jeden Prozess mit „digitaler Intelligenz“ auszustatten, wachsen auch die Bedrohungen durch technikinhärente Fehler und kriminelle Cyberattacken. Das Spektrum der Lösungen für die IT-Sicherheit umfasst unter anderem Antispam-/Antiviruslösungen und Firewalls, Kryptographie, Authentifizierungslösungen, Werkzeuge zur Datenrettung, ebenso wie die Bereiche Netzwerk-, Cloud- und Mobile Security. Ein Schwerpunkt ist dabei die mobile Kommunikation per Smartphone, weil Sicherheitslücken dort immer stärker von Cyberkriminellen ausgenutzt werden und die Trennung von beruflicher und privater Gerätenutzung häufig schwierig ist. (CeBIT Security Plaza, Halle 12).
Der Boom der tragbaren Geräte, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert werden und per WLAN oder Mobilfunk Verbindung zum Internet aufnehmen, wird sich auch bei der IT-Messe bemerkbar machen, denn dort werden traditionell viele neue Modelle vorgestellt. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom sollen 2012 allein in Deutschland etwa 2,7 Millionen Tablets verkauft werden – 29 Prozent mehr als 2011. Im Wettbewerb stehen dabei die Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google, verschiedene Hardwareanbieter). Zwar behauptet derzeit das Apple-System nach Angaben von Marktforschern immer noch einen knappen Marktvorsprung. Doch Microsoft drängt mit seinem neuen, auf Fingersteuerung angelegten Betriebssystem Windows 8 bei Tablet-PCs ebenfalls auf den umkämpften Markt. ►
Das Zukunftsthema Cloud Computing wird unter anderem auf dem Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) aufgegriffen (Halle 9/G 50). Das BMWi hat das Aktionsprogramm Cloud Computing gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft gestartet und unterstützt die deutsche Wirtschaft mit dem Technologieprogramm „Trusted Cloud“. 14 Projekte entwickeln und erproben darin sichere und rechtskonforme Cloud-Lösungen. Es gibt vier thematische Cluster, zu dem neben der Entwicklung von Basistechnologien auch Anwendungen für den Gesundheitssektor gehören (www.trusted-cloud.de).
Vernetzte Recherche
Ebenfalls auf dem Stand des BMWi präsentiert das kürzlich beendete Forschungsprogramm THESEUS nach fünfjähriger Laufzeit seine Ergebnisse zum „Internet der Dienste“. Dabei stehen vor allem die Entwicklungen der Basistechnologien und Anwendungsszenarien im Fokus. Ein Anwendungsszenario stammt dabei aus der Medizin: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie sind eine wichtige Grundlage für Diagnose und Therapie. Bislang gibt es allerdings kein Werkzeug, das all die damit verbundenen heterogenen Informationen – Texte, Bilder, Labordaten – intelligent strukturiert und zugänglich macht. Im Projekt MEDICO arbeiten Forscher daran, diese Lücke zu schließen. Auf Basis semantischer Technologien entwickeln sie Anwendungen für eine einfache, vernetzte Recherche in Medizindatenbanken, die Ärzten künftig die Arbeit erleichtern soll, indem sie alle relevanten Patienteninformationen zusammenführt.
Um der zunehmenden Bedeutung von IT-Lösungen im Gesundheitswesen Rechnung zu tragen, hat die CeBIT zudem den Bereich „TeleHealth“ erweitert: Unter dem neuen Konzept „Health & Vitality“ (Halle 8) sollen Ausstellung, Fachkonferenz und Networking zum Treffpunkt werden für IT-Entscheider und -Anwender aus medizinischen Einrichtungen. Die Themen: Ambient Assisted Living, medizinische Lösungen für die Generation 60 plus, Apps in der Gesundheitswirtschaft, mobile Health, E-Health, Prävention, Healthcare Management, Telemedizin. Das Fachforum wird am 6. März, 12 Uhr, in Anwesenheit von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sowie Vertretern der Selbstverwaltung und Industrie eröffnet. Im Anschluss folgt die Vergabe des AOK-Leonardo, ein Gesundheitspreis für digitale Prävention, den der AOK-Bundesverband erstmals Ende 2011 ausgeschrieben hat. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben: In der ersten Kategorie werden erprobte Konzepte und Produkte ausgezeichnet. Dafür stehen Preisgelder in Höhe von insgesamt 25 000 Euro bereit. In der zweiten Kategorie (Innovationspreis) werden innovative Ideen, die noch nicht in der Praxis eingeführt sind, ausgezeichnet.
Der Healthcare Day von IBM (8. März, Halle 2, IBM-Stand im Raum Brüssel von 13.30 bis 18 Uhr) befasst sich mit der Frage, wie der Wandel zum leistungsfähigen und innovativen Gesundheitssystem gelingen kann, ohne den Patienten aus dem Blick zu verlieren. Neben Fachreferaten, unter anderem über Visionen für digitale Kliniken und Innovationen an der Schnittstelle Medizin und Technologie, diskutieren Akteure aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Selbstverwaltung auf dem Podium über das Thema „Healthcare 2020 am Standort Deutschland“(Informationen unter http://www-05.ibm.com/de/events/healthcare-cebit2012).
Innovationen im „lab“
Das „CeBIT lab“, die Forschungs- und Innovationsplattform, befindet sich jetzt in Halle 9, nahe dem neu gestalteten Südeingang des Messegeländes. „Im CeBIT lab kann man die vierte industrielle Revolution erleben: das Internet der Dinge“, erklärte Reinhard Karger, vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Saarbrücken, im Vorfeld der Messe. Auf der gemeinsamen Plattform sind Produkt- und Unternehmensentwickler aus allen Branchen sowie Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Start-ups vertreten, um ihre Konzepte, Forschungsergebnisse und Prototypen vorzustellen. Vernetzte Objekte, die intelligent mit ihrer Umgebung interagieren, sind eines der Themen der Innovationsplattform. Außerdem wird die Zukunft des Internets beleuchtet, ebenso wie beispielsweise Dreidimensionalität, Robotik, Katastrophenmanagement und Green IT.
Auch die Europäische Kommission nutzt die CeBIT als Plattform für den wirtschaftspolitischen Austausch. Neelie Kroes, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, wird bei einem Treffen mit Vertretern aus den 27 Mitgliedsländern der EU den aktuellen Status der „Digitalen Agenda“ präsentieren (http://ec.europa.eu/in formation_society/digital-agenda/in dex_en.htm). Diese wurde vor zwei Jahren gestartet mit dem Ziel, den digitalen Binnenmarkt in Europa zu verwirklichen und die Wettbewerbsfähigkeit im IT-Bereich zu stärken. Darüber hinaus bereitet die Europäische Kommission eine große Reform des Datenschutzrechts vor, und auch die Vorratsdatenspeicherung steht weiterhin zur Diskussion. Dazu wird es ein „Privacy Barcamp“ geben, das sich an Datenschutzbeauftragte, Datenverarbeiter, Politiker, Techniker und alle Interessierten richtet, die in offener Atmosphäre zum Ideenaustausch zusammenkommen wollen. Es wird vom niedersächsischen Europaabgeordneten und Datenschutzexperten Jan Philipp Albrecht am 9. und 10. März in der Halle 9 organisiert.
Im Rahmen des Public Sector Parcs (Halle 7) stehen außerdem die fünf europäischen Large Scale Pilots, die das gesamte Themenspektrum der europäischen eGovernment-Aktivitäten abbilden, im Zentrum – nämlich die Bereiche Justiz, öffentliche Ausschreibungen, Dienstleistungsrichtlinie, elektronischer Ausweis und Gesundheit. Am Projekt epSOS (Smart Open Services for European Patients) etwa beteiligen sich zwölf europäische Länder. Das Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines E-Health-Rahmenkonzepts und einer technischen Infrastruktur, die den Zugriff verschiedener europäischer Gesundheitssysteme auf elektronische Patienteninformationen ermöglichen soll. Die Lösungen werden im Rahmen eines „Large-Scale Pilot“, einer großangelegten Pilotphase, auf ihre praktische Anwendbarkeit getestet (www.epsos.eu/home.html). Heike E. Krüger-Brand
Kostenfreie E-Tickets für die CeBIT
Die Deutsche Messe AG Hannover stellt Lesern des Deutschen Ärzteblattes und des ePapers PRAXiS 1 000 kostenfreie E-Tickets für einen Tagesbesuch der CeBIT 2012 zur Verfügung. Interessierte können sich unter www.cebit.de/en/promo?58ya5 online registrieren und erhalten anschließend ein elektronisches Ticket (wer sich zuerst registriert, hat Glück).
Der Link führt direkt auf die Registrierungswebsite der CeBIT. Nach der kurzen Registrierung und Bestätigung des Ticket-Kodes erhält der Leser sein personalisiertes E-Ticket per E-Mail zugeschickt. Das ausgedruckte Ticket im DIN-A4-Format ermöglicht den direkten Zugang zum Messegelände und die kostenfreie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Großraumverkehr Hannover am Tag des CeBIT-Besuchs. Es muss lediglich der Tag des Messebesuchs auf dem Ticket vermerkt werden.
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