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Genetische Beratung: Umstrittene Qualifikationen

Dtsch Arztebl 2012; 109(10): A-461 / B-397 / C-393

Richter-Kuhlmann, Eva

Das Gendiagnostikgesetz (GenDG) sorgt erneut für Unmut. Deshalb haben die Bundesärztekammer (BÄK) und die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) nochmals die grundlegenden Probleme bei der Umsetzung des Gesetzes sowie Optimierungsvorschläge im Verfahren der Wissenskontrolle erörtert. „Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik erklärte ihre Bereitschaft, an einer Verbesserung des Verfahrens mitzuwirken“, betonte BÄK-Präsident Dr. med. Frank Ulrich Montgomery im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt. Auch wenn BÄK und GfH an ihrer grundsätzlichen Kritik an den gesetzlichen Vorgaben festhielten und nicht erkennen könnten, dass durch das Gesetz tatsächlich eine Verbesserung der genetischen Beratung erreicht werde, gelte es nun, die Vorgaben entsprechend der Richtlinie der Gendiagnostikkommission praxistauglich umzusetzen.

Über genetische Risiken dürfen seit 1. Februar nur noch besonders qualifizierte Ärzte beraten. Foto: Your Photo Today

Anlass für das Gespräch war die Kritik der GfH daran, wie Ärzte die Qualifikation zur fachgebundenen humangenetischen Beratung erhalten können. Die meisten Landesärztekammern bieten seit Januar Wissenskontrollen für die genetische und die vorgeburtliche Risikoberatung an, in deren Vorfeld freiwillige Refresher-Kurse stattfinden. Diese Qualifikationsmaßnahmen sind nötig, weil nach § 10 GenDG seit dem 1. Februar nur diejenigen Ärzte eine genetische Beratung vornehmen dürfen, die sich dafür qualifiziert haben. Darunter fällt auch die von den meisten Gynäkologen bislang routinemäßig vorgenommene vorgeburtliche Beratung.

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Eine entsprechende Richtlinie veröffentlichte die Gendiagnostikkommission am Robert-Koch-Institut im Juli 2011. Da sich die Sozialministerien der Länder jedoch erst sehr kurzfristig mit der Umsetzung der Richtlinie beschäftigten, half die BÄK mit einer praktikablen Übergangslösung, über die das Deutsche Ärzteblatt in einer der nächsten Ausgaben berichten wird. ER

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