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Fukushima-Jahrestag: Ärzte warnen vor Sicherheitsdefiziten

Dtsch Arztebl 2012; 109(11): A-506 / B-438 / C-434

Richter-Kuhlmann, Eva A.

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hat anlässlich des Jahrestages des Unfalls im japanischen Atomkraftwerk Fukushima erneut die Abschaltung aller Atomreaktoren gefordert. Weltweit stünden Atomkraftwerke an erdbebengefährdeten Standorten. Auch die Atomanlage Philipsburg im Rheingraben sei nicht ausreichend gegen Erdbeben geschützt. Hinweise auf Sicherheitsdefizite müssten ernst genommen werden, so die Vorsitzende der deutschen IPPNW-Sektion Dr. med. Angelika Claußen.

Am Ort der Katastrophe – Vertreter der Presse und des Betreibers Tepco am Unglücksreaktor in Fukushima. Foto: dapd

Gestützt auf die offiziellen Berichte der japanischen Regierung dokumentierte die IPPNW jetzt, dass es in Fukushima aufgrund des Erdbebens und der Defizite im Grunddesign der Anlage zur Atomkatastrophe kam. „Der Tsunami war nicht der alles überragende Faktor, der für den katastrophalen Unfallverlauf bestimmend war“, erklärte Claußen. Kühlsysteme und Notfallmaßnahmen hätten unabhängig vom Tsunami versagt.

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Claußen kritisierte ferner, dass die japanische Regierung die Grenzwerte für die radioaktive Belastung zu hoch angesetzt habe. Zudem bezögen sich die meisten Angaben nur auf die äußere Strahlung. „Die größte gesundheitliche Gefahr nach einem Atomunfall stellt jedoch die innere Verstrahlung durch radioaktiv verseuchte Nahrung und die Inhalation von radioaktivem Staub dar“, sagte IPPNW-Vertreter Dr. med. Alex Rosen. Die Menschen müssten aus den verstrahlten Gebieten evakuiert werden. Sonst sei mit einer hohen Krebsrate, Fehlgeburten, Missbildungen und genetischen Erkrankungen bei Neugeborenen zu rechnen. ER


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