BRIEFE
Brustimplantate: Bessere Aufklärung notwendig
Dtsch Arztebl 2012; 109(12): A-589 / B-512 / C-508


In den Jahren 2001 bis 2010 wurden an der Heidelberger Universitätsfrauenklinik 350 Brustimplantate eingesetzt. Jetzt will man dort Transparenz schaffen und die Fakten auf den Tisch legen. Fakt ist, dass alle Implantate, minderwertig oder auch nicht, sei es in der Frauenheilkunde, plastischen Chirurgie oder Augenheilkunde, zu Fremdkörperreaktionen führen können. Typisch dafür sind Abstoßungstendenzen oder die Bildung entzündlicher Fremdkörpergranulome. Die Rekonstruktion der Brust mit Eigengewebe wird ästhetisch deutlich besser als mit einem Silikonpräparat. Bei Letzterem kommt es innerhalb von fünf Jahren zu erneuten Operationen. Das Eigengewebe hingegen ist, wenn es eingeheilt ist, eine Dauerlösung. Dies gilt zum Beispiel auch bei einer Ptosisoperation, bei der Kunststofffäden verwendet werden. Hier kommt es in fast 50 Prozent der Fälle ebenfalls zu Granulomen und häufig zu Abstoßungsreaktionen, während wiederum körpereigenes Gewebe in Form von Fascia lata zu einem dauerhaften Erfolg führt . . .
Ich halte es für Betrug an den Patienten, wenn diese nicht über die Komplikationen von Operationen mit Fremdgewebe aufgeklärt werden und ebenfalls nicht über die Alternative mit körpereigenem Gewebe. Solche Operationen, wie an der Brust und an den Lidern, werden jedoch nur in Zentren durch dafür speziell ausgebildete Experten durchgeführt. Selten werden Patienten auf diese Möglichkeit überhaupt hingewiesen. Das könnte auch Medizinethiker zum Nachdenken bewegen . . .
Dr. Eva Frost, 70180 Stuttgart
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