Bei der vom Bundesforschungsministerium geförderten Studie hatte die untersuchte Dosis, die etwa vier Zehen täglich entspricht, im Vergleich zu Plazebo jedoch keinen nachweisbaren Einfluß auf insgesamt acht untersuchte Parameter des Cholesterinstoffwechsels. Man habe bewußt ein Präparat erprobt, das einer recht hohen "Knoblauch-Dosis" entspreche. Allerdings sieht es nicht so aus, als würde die Studie den Streit um die Wirkungen von Knoblauch beenden. Eine Sprecherin der Münchner Hermes GmbH, des Herstellers der geprüften Dragées, verteidigt das Präparat mit dem Argument, daß Knoblauch mehrere Effekte habe, die im einzelnen zwar schwach und schwer nachzuweisen seien, sich in der positiven Wirkung auf die Gefäße aber ergänzten.
Günter Siegel von der Freien Universität Berlin kritisiert an der Studie außerdem, daß "Knoblauchöle" nicht alle
Substanzen enthielten, denen eine positive Wirkung zugetraut wird; deshalb könnten die Schlußfolgerungen
beispielsweise nicht auf Präparate aus "getrocknetem Knoblauchpulver" verallgemeinert werden. Siegel
kündigte die Veröffentlichung einer Studie an knapp 150 Probanden an, die belegen soll, daß die mehrjährige
Einnahme von Knoblauchpulver die Gefäße schütze. Ob das in dieser Studie verwendete Präparat die
Blutfettspiegel beeinflußt hat, "haben wir noch nicht ausgewertet", weicht Siegel aus. Demgegenüber will
Heiner Berthold Studien, die keine Aussagen über schwere Gefäßkomplikationen machen, ohnehin nicht als
Wirksamkeitsnachweis akzeptieren. "Die meisten Menschen kaufen Knoblauch-Präparate, weil sie einem
Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen wollen", sagt Berthold. "Bislang hat keines der Präparate bewiesen, daß es das wirklich kann." Klaus Koch
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