BRIEFE
Ethikberatung: Rat interner Experten wird ignoriert
Dtsch Arztebl 2012; 109(12): A-591 / B-514 / C-510

Die Autorin berichtet: Bei einem „nicht lebensfähigen Frühgeborenen“ raten die Neonatologen einer Universitätsklinik ab, das Kind weiter am Leben zu erhalten. Die Eltern können sich damit nicht abfinden. Sie wenden sich an den Klinikumsvorstand und die Öffentlichkeit.
Der Ärztliche Direktor vermisst an dieser Stelle „eine Gruppe von Experten, die ihm beratend zur Seite gestanden hätte“.
Es wird ein „externer Ethikbeirat“ gegründet: bestehend aus einem Psychiater, einem Juristen, einem Theologen und einem Journalisten.
Der Leser sieht: Der Rat der eigentlichen Experten (der klinikinternen, von der Klinik selbst ausgesuchten, angestellten und bezahlten Neonatologen) ist leider nicht relevant. Erst die oben genannte „Gruppe von externen Experten“ soll den endgültigen „Beitrag zur Patientenzufriedenheit“ leisten.
Prof. Dr. Felix Schier, Direktor der Kinderchirurgie, Universitätsklinik Mainz, 55101 Mainz
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