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KULTUR

Art Karlsruhe: Neuer Besucherrekord

Dtsch Arztebl 2012; 109(15): A-771 / B-669 / C-665

Jaeschke, Helmut

Fotos: Jürgen Rösner/KMK

Die Messe präsentiert Kunst bedeutender Galerien in lichtdurchfluteten Hallen.

Lange Zeit konnte man davon ausgehen, dass man auf Auktionen Kunstwerke günstiger erwerben konnte als im Galerienhandel auf Kunstmessen. Doch diese feststehende Maxime ist in letzter Zeit ins Wanken geraten. Bereits vor einem Jahr konnten aufmerksame Beobachter feststellen, dass Arbeiten renommierter Künstler, die auf der Art Karlsruhe nicht verkauft worden waren, wenig später zu einem deutlich höheren Preis auf Auktionen neue Besitzer fanden. Was ist die Ursache für die zunehmend höheren Erlöse im Auktionshandel? Zum einen hat sich hier die Käuferstruktur grundlegend geändert. Während früher vorwiegend die Händler im Auktionssaal unter sich waren, bestimmen heutzutage eindeutig Privatsammler das Auktionsgeschehen. Letztere sind risikobereiter, da sie nicht wie jene bereits einen möglichen Weiterverkauf mit entsprechendem Aufschlag einkalkulieren müssen. Zum anderen sind die von den Auktionshäusern auf den Zuschlagpreis erhobenen Gebühren deutlich gestiegen und liegen mittlerweile meist bei 30 Prozent. Möglicherweise haben sich diese Tatsachen auch auf der diesjährigen 9. Art Karlsruhe herumgesprochen und haben zum Erfolg der Messe beigetragen, jedenfalls waren nach Auskunft der Messeleitung 80 Prozent der Aussteller mit ihrem Geschäft zufrieden.

Eindrücke von der diesjährigen Art Karlsruhe, an der sich Galerien mit klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst beteiligen.
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Dies betraf nicht nur Galerien wie Hentze & Ketterer, Wichtrach/Bern, die mit ihrem Angebot an klassischer Moderne bestens punkten konnten, sondern auch Galerien mit etablierter zeitgenössischer Kunst. Die Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart, freute sich über das große Interesse an Werken von Emil Schumacher, Horst Antes, K. O. Götz, Georg Karl Pfahler, Erich Hauser und Jürgen Brodwolf. Auch die aus dem Ausland angereisten Galerien machten gute Umsätze, so veräußerte die Galerie Vertes Modern, Zürich, Arbeiten von Poliakoff, Tapies und Warhol für insgesamt eine dreiviertel Million Euro. Im Bereich der jungen Kunstszene gab es ebenfalls Erfreuliches zu berichten, so konnte Karlheinz Meyer, Karlsruhe, eine größere Jonathan-Meese-Arbeit für 35 000 Euro verkaufen, ebenso Arbeiten von Tal R und Thomas Zipp. Der Galerist Rothamel, Erfurt, hatte erneut Erfolg mit Bildern von Eckart Hahn, wobei auch bei diesem Künstler zutraf, dass gleichwertige Arbeiten in seiner Galerie circa 30 Prozent preiswerter zu haben waren als eine erst kürzlich für 7 500 Dollar im Auktionshaus Simon de Pury, New York, zugeschlagene Arbeit.

Die spannenden Sonderschauen sind schon länger ein wichtiger Teil der Art Karlsruhe. In diesem Jahr zeigte Marli Hoppe-Ritter unter dem Titel „Hommage an das Quadrat“ einen Querschnitt durch das von ihr gegründete Museum Ritter in Waldenbuch bei Stuttgart unter anderem mit Werken von Josef Albers, Max Bill, Rupprecht Geiger. Nicht weniger faszinierend war der Einblick in die Sammlung des 2011 verstorbenen Kunstsammlers und Filmemachers Gunter Sachs mit Werken der Pop-Art-Künstler Lichtenstein, Wesselmann, Allen Jones und Warhol.

Mehr als 48 000 Besucher bescherten der 9. Art Karlsruhe einen neuen Besucherrekord, und damit ist die Erfolgsgeschichte dieser Kunstmesse sicherlich noch nicht zu Ende geschrieben. Die 10. Art Karlsruhe, die vom 7. bis 10. März 2013 stattfinden wird, verspricht dank der günstigen Lage im Dreiländereck, der schönen, lichtdurchfluteten Hallen und der zunehmenden Beteiligung bedeutender Galerien einen neuen Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Dr. med. Helmut Jaeschke


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