BRIEFE
Studium: Jura statt Medizin
Dtsch Arztebl 2012; 109(16): A-811 / B-703 / C-699

. . . Die Politik sollte den medizinwilligen Abiturienten gerechterweise einen Studienplatz geben, die ein normales Abitur abgelegt haben und nicht nur jenen, die zum Teil auch geschönte und hirnrissige Noten von 1,0 und sogar noch besser vorlegen können.
Denn diese „Supernoten“ sagen aber auch gar nichts darüber aus, ob ein junger Mensch auch tatsächlich „medizinfähig“ ist. Das ist doch das Problem, was man in den Griff bekommen sollte. Mein Sohn hat im Sommer 2010 sein Abitur mit anschließender Verbesserung mit 1,7 abgelegt.
In meinen Augen eine sehr lobenswerte Note. Seine Studienplatzbewerbung für Medizin wurde bisher immer abgelehnt. Eine Ausbildung als Rettungssanitäter zur berufsnahen Zeitüberbrückung hatte keine positive Resonanz. Er ist frustriert nun nicht bereit, noch längere „vergebliche“ Wartezeit zu investieren. Er wird jetzt Jura studieren. Damit geht der Bevölkerung ein sicherlich engagierter vermeintlich guter Arzt verloren. Ein freudloser Jurist wird der Allgemeinheit hinzugefügt. Ich wünsche der Politik bei ihrem kurzsichtigen kopflosen Handeln eine hoffentlich baldige „vernünftige“ Einsicht.
Dr. med. Wolfgang Sprenger, 58285 Gevelsberg
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