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BRIEFE

Studium: Jura statt Medizin

Dtsch Arztebl 2012; 109(16): A-811 / B-703 / C-699

Sprenger, Wolfgang

. . . Die Politik sollte den medizinwilligen Abiturienten gerechterweise einen Studienplatz geben, die ein normales Abitur abgelegt haben und nicht nur jenen, die zum Teil auch geschönte und hirnrissige Noten von 1,0 und sogar noch besser vorlegen können.

Denn diese „Supernoten“ sagen aber auch gar nichts darüber aus, ob ein junger Mensch auch tatsächlich „medizinfähig“ ist. Das ist doch das Problem, was man in den Griff bekommen sollte. Mein Sohn hat im Sommer 2010 sein Abitur mit anschließender Verbesserung mit 1,7 abgelegt.

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In meinen Augen eine sehr lobenswerte Note. Seine Studienplatzbewerbung für Medizin wurde bisher immer abgelehnt. Eine Ausbildung als Rettungssanitäter zur berufsnahen Zeitüberbrückung hatte keine positive Resonanz. Er ist frustriert nun nicht bereit, noch längere „vergebliche“ Wartezeit zu investieren. Er wird jetzt Jura studieren. Damit geht der Bevölkerung ein sicherlich engagierter vermeintlich guter Arzt verloren. Ein freudloser Jurist wird der Allgemeinheit hinzugefügt. Ich wünsche der Politik bei ihrem kurzsichtigen kopflosen Handeln eine hoffentlich baldige „vernünftige“ Einsicht.

Dr. med. Wolfgang Sprenger, 58285 Gevelsberg


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Aldante
am Donnerstag, 18. April 2013, 19:29

Ein herrlicher Kommentar

"zum Teil auch geschönte und hirnrissige Noten von 1,0 und sogar noch besser" ist durchaus unterhaltsam. Aber am besten gefällt mir dass der Arztpapa "vermeintlich" statt "vermutlich" geschrieben hat.
FreierArzt
am Freitag, 20. April 2012, 12:23

Schlechter Verlierer?

Dieser Leserbrief ist meines Erachtens mindestens ebenso unsachlich, einseitig und politisch inkorrekt wie so manche Extremmeinung der „Gegenseite“. Dass Herr Dr. Sprenger der festen Überzeugung ist, dass gerade sein Sohn einmal ein engagierter und guter Arzt werden würde, sei ihm als Vater zugestanden; woher er dies jedoch wissen will, bleibt freilich im Dunkeln. Abiturnoten von 1,0 als „hirnrissig“ zu bezeichnen ist übrigens eine veritable Beleidigung derer, die genau das schaffen, zu denen der Sohn des Briefschreibers gerade nicht gehört. Das zeugt nicht gerade von fairem Sportsgeist. Wie würde Herr Dr. Sprenger wohl über ein 1,0-Abitur denken, wenn sein Sohn zu ebendiesen exzellenten Abiturienten gehören würde? Und schließlich: Mir konnte bislang auch noch niemand erklären, warum aus 1,0-Abiturienten gerade keine guten Ärztinnen und Ärzte werden sollen! Das wird ’mal eben so behauptet, selbst von einigen unserer Standesvertreter, die dies ohne jede Evidenz populistisch in den Diskurs posaunen und sich relativ sicher sein können, die Mehrheitsmeinung auf ihrer Seite zu haben. Logisch: Denn wer hat schon ein 1,0-Abitur!
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