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BRIEFE

Sterbehilfe: Korrektur der eigenen Lebensplanung

Dtsch Arztebl 2012; 109(17): A-867 / B-746 / C-742

McDonald, Susanne

Leider sind die wegbereitenden Kompromisse für die „Aktive Sterbehilfe“ in Deutschland bereits geschlossen worden. Jede von einem Arzt vorgenommene Abtreibung ist die Tötung eines menschlichen Lebens – einer „unerwünschten Existenz“, auch wenn Herr Henke betont, dass „das Töten nicht ins Handwerkszeug von Ärztinnen und Ärzten gehört“. Wenn es um ungeborenes Leben geht, dann gibt es in unserer Gesellschaft kaum noch Widerspruch gegen eine Tötung – im Gegenteil, sie ist mittlerweile die salonfähige Alternative zur Verhütung und lediglich eine „Korrektur der eigenen Lebensplanung“ geworden. Ich habe das jüngst im eigenen Umfeld erleben müssen. Eine Frau, die endlich das langersehnte Kind erwartete, bekam mitgeteilt, dass ein erhöhtes Risiko für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom besteht.

Nachgewiesen und bewiesen war noch gar nichts – aber diese Mutter bekam von ihrem Umfeld (leider auch dem ärztlichen) keinerlei Zuspruch, sondern ihr Denken wurde bereits auf eine Abtreibung vorbereitet. Ihre eigene Mutter sagte zu dem Thema: „Ein behindertes Kind ist weder lebens- noch liebenswert!“ Jeder, der einmal mit von einer Abtreibung betroffenen Frauen gesprochen hat, weiß, dass diese zum größten Teil aus Angst vor ihrem Umfeld, einer unsicheren Zukunft und auf das Drängen anderer Menschen hin ihre Kinder töten ließen.

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Warum sollte sich dieses Denken über „nicht lebenswertes“ beziehungsweise „unerwünschtes Leben“ nicht genauso in der „Sterbehilfe“ ausbreiten, sobald diese eine „legale Alternative“ ist? Welcher schwerstkranke Mensch, der bereits aufgrund seiner Krankheit psychisch belastet ist, wäre in der Lage, sich gegen (vielleicht unausgesprochene) Vorschläge anderer zu wehren? Wer hätte den Mut, sein Leben und Leiden zu bejahen, wenn ihm vorgeschlagen wird, eine einfachere, schmerzlose Lösung zu finden – wenn ihm vielleicht vermittelt wird, was er für eine Belastung, für ein Ballast für sein Umfeld ist? Warum sollte ein solcher Mensch nicht irgendwann selbst glauben, dass sein Tod „die beste Lösung für alle“ sei und freiwillig um eine solche Tötung bitten? . . .

Susanne McDonald, 96450 Coburg


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