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BRIEFE

Rhön-Klinikum: Stellenabbau überdenken

Dtsch Arztebl 2012; 109(18): A-927

Schuchardt, Ortwin

Der von der Rhön AG angekündigte Abbau von 500 Stellen in den Universitätskliniken Marburg und Gießen ist nicht nur für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Fiasko, er gibt auch für die medizinische Versorgung das falsche Signal: Entweder steigt die ohnehin schon hohe Arbeitsbelastung für das verbleibende Personal, oder die Zahl der Behandlungen wird reduziert. Beides würde eine Verschlechterung der stationären Behandlung an den Universitätskliniken bedeuten. Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Gewinns der Rhön AG und der geplanten Übernahme einer weiteren Klinik in Wiesbaden ist das nicht nachvollziehbar.

Dass die Finanzierungssituation im deutschen Gesundheitswesen angespannt ist, ist allen hinlänglich bekannt. Im vergangenen Jahr konnte jedoch durch eine Vielzahl von Gesprächen zwischen der Marburger Ärztegenossenschaft PriMa sowie den Chefärzten und der Geschäftsleitung des Klinikums trotz dieser widrigen Umstände eine gute Basis für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung in unserem Landkreis aufgebaut werden. Diese intensiven Bemühungen werden durch die Entscheidung der Konzernspitze der Rhön AG nun konterkariert. Es darf deshalb niemanden verwundern, wenn nach der erfreulichen Beruhigung der aufgeheizten Stimmung gegen das Klinikum und der damit verbundenen Rückkehr zu einer professionellen Arbeitsatmosphäre jetzt wieder Ängste vor einer schlechten Versorgung aufkommen. Den in PriMa zusammengeschlossenen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ist an einer möglichst optimalen stationären Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten gelegen. Wir können daher gar nicht anders, als auch auf diesem Wege unserer Sorge um das Wohl der uns anvertrauten Menschen Ausdruck zu verleihen. Wir schätzen die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen sowie des Pflegepersonals am Uniklinikum, aber wir wissen auch – aus eigener Erfahrung –, dass es Grenzen der Belastbarkeit gibt. Werden diese im medizinischen Bereich überschritten, sind die Folgen immer eine menschliche Tragödie. Wir appellieren an die Leitung der Rhön AG, den angekündigten Stellenabbau noch einmal zu überdenken . . .

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Dr. Ortwin Schuchardt, Pressesprecher der
PriMa eG, 35260 Stadtallendorf


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