AKTUELL
Chefärzte und Manager: Problematische Schnittstelle
Dtsch Arztebl 2012; 109(18): A-896 / B-770 / C-766


Defizite der gegenseitigen Wertschätzung stehen der Kooperation von Ärzten und Klinikmanagern im Weg. Foto: iStockphoto
Wenn chirurgische Chefärzte und Krankenhausmanager überhaupt miteinander kommunizieren, dann dominieren mit weitem Abstand finanzielle Fragen. Diese – nicht unerwartete – Kernaussage einer Online-Umfrage des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) wird durch präzise Verbesserungsvorschläge flankiert. Mit 89 Detailfragen, die von 649 Leitenden Ärzten beantwortet worden sind, stellt die Umfrage die umfangreichste Erhebung zur Management-Schnittstelle in deutschen Klinken dar.
Danach monieren die chirurgischen Chefärzte erhebliche Defizite in der Kommunikation über betriebliche Fragen wie Infrastruktur, diagnostische Ausstattung, Stationsbetrieb oder die Zusammenarbeit mit Niedergelassenen. „Hier könnten die Chefärzte ihr kaufmännisches Management aufgrund ihrer exzellenten Kenntnisse des komplexen Klinikbetrieb stark unterstützen“, sagte Prof. Dr. med. Carolin Tonus, Chefärztin der Asklepios-Klinik Nord in Hamburg und BDC-Präsidiumsmitglied, bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Als großes Manko empfinden es die Leitenden Ärzte, dass ihnen valide Informationen zur Kostensituation der Klinik vorenthalten würden. „Dies erzeugt bei den ärztlichen Führungskräften ein Gefühl des Verantwortlichseins ohne Aktionsmöglichkeit“, erklärte Tonus. „So gut wie nie“ wird nach der Umfrage auf der Leitungsebene über die Themen Forschung und Lehre sowie Drittmittel gesprochen. zyl
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