BRIEFE
Onkologie: Es gibt Erfolge des Screenings
Dtsch Arztebl 2012; 109(18): A-928 / B-796 / C-790

In dem Beitrag hat der Autor seine subjektive Bilanz der Krebsmedizin der letzten zwölf Jahre als Antwort auf acht Thesen aus dem Jahre 2000 mitgeteilt. Unter 1. postuliert der Autor, dass die Krebsfrüherkennung teuer sei und ihre Aufgaben nicht erfülle. Er spricht von verfügbaren Daten, die aussagen würden, dass auf einen durch Früherkennung verhinderten Todesfall mindestens zehn Überbehandlungen kämen. Er sieht im Krebsscreening einen Tummelplatz für umsatzorientierte Lobbyisten.
Zumindest die Erfolgsgeschichte des Zervixkarzinom-Screenings wird eindeutig durch den Rückgang von Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms belegt. Jeder Gastroenterologe und Pathologe kann darüber hinaus aus eigener Erfahrung über die deutliche Zunahme früh erkannter Präneoplasien und Karzinome des Dickdarmes bei gleichzeitiger Abnahme fortgeschrittener Stadien berichten. Die Versager des Screenings sind in der Regel bei den Nichtteilnehmern an der Krebsvorsorge zu finden.
Bei einer derartig pauschalen Verurteilung der Krebsfrüherkennung muss man sich fragen, welcher Lobbyarbeit diese These dienen soll. Es steht außer Frage, dass auch bei einem erfolgreichen Screening Potenziale für eine Verbesserung vorhanden sind und genutzt werden sollten. Es macht jedoch keinen Sinn, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Dr. med. Ulf Broschewitz, Landesvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, Vorsitzender des Qualitätssicherungsausschusses der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern,
18107 Rostock
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.