Referiert
Psychische Erkrankungen: Schneller zurück ins Arbeitsleben
PP 11, Ausgabe Mai 2012, Seite 230


Arbeitsausfälle und Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen verursachen enorme Kosten. Betroffene Berufstätige können jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder erfolgreich ins Arbeitsleben eingegliedert werden, wenn sie bereits während ihrer psychotherapeutischen Behandlung gezielt darauf vorbereitet werden. Dies zeigte eine Untersuchung, die von niederländischen Psychologen durchgeführt wurde. Sie behandelten 79 Patienten, die unter Ängsten, depressiven und unspezifischen somatischen Symptomen, emotionaler Erschöpfung oder Anpassungsproblemen litten, im Rahmen von zwölf Therapiesitzungen mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT). Dabei stand im Vordergrund, ungünstige Gedanken, Einstellungen und Verhaltensweisen ganz allgemein positiv zu verändern. 89 weitere Patienten wurden mit einer Variante der KVT behandelt, bei der die Arbeit miteinbezogen wurde (A-KVT). Diese Patienten wurden schrittweise und begleitet von einem Therapeuten an angstbesetzte Situationen und Tätigkeiten herangeführt. Arbeitsdauer und Anforderungen wurden langsam gesteigert und an den normalen Arbeitsalltag angepasst. Auf diese Weise gewannen die Patienten das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Kontrolle und machten positive Erfahrungen. Durch beide Therapieformen konnte eine erhebliche Reduktion der Symptome erzielt werden, so dass die meisten Patienten innerhalb eines Jahres an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten. Die A-KVT erwies sich insgesamt als effektiver als die KVT: A-KVT-Patienten kehrten bis zu 65 Tage früher an den Arbeitsplatz zurück. ms
Lagerveld S, Blonk R, Brenninkmeijer V, Wijngaards-de Meij L, Schaufeli W: Work-focused treatment of common mental disorders and return to work. Journal of Occupational Health Psychology, Online first publication, 06.02.2012, doi: 10.1037/a0027049
Suzanne Lagerveld, TNO Quality of Life/Work & Employment, P. O. Box 718, 2130 AS Hoofddorp (Niederlande), suzanne.lagerveld.tno.nl
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.