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Geburtshilfe: Engpässe trotz steigender Hebammenzahl
Dtsch Arztebl 2012; 109(19): A-948 / B-816 / C-808


Versorgung gefährdet: Steigende Haftpflichtprämien bereiten den Hebammen Probleme. Foto: picture alliance
Trotz sinkender Geburtenzahlen arbeiten immer mehr Hebammen in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Gutachtens, das das IGES-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellt hat. Daher sei nicht von einer grundsätzlichen Verschlechterung des Angebots an Hebammenleistungen auszugehen.
Dem Gutachten zufolge übersteigt aber gleichzeitig in einigen Bereichen, insbesondere bei der 1:1-Betreuung bei Beleggeburten und der Wochenbettbetreuung, die Nachfrage das Angebot. Im Hinblick auf die Vergütungssituation der Hebammen ergibt die Analyse zudem ein differenziertes Bild: Dabei hängt die Höhe des erzielten Einkommens auch wesentlich von der durchschnittlichen Arbeitszeit und den durchgeführten Leistungen der Hebammen ab.
Ein besonderes Augenmerk legt das Gutachten auf die Entwicklung in der Berufshaftpflichtversicherung. Danach fallen für Haftpflichtversicherungen, die auch die Betreuung von Geburten abdecken, aktuell ganz überwiegend Jahresprämien von fast 3 700 Euro an.
Im Juli ist ein erneuter Anstieg der Haftpflichtprämien um 15 Prozent zu erwarten. „Dies stellt für die Hebammen eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar“, heißt es dazu aus dem Ministerium. Die freiberuflich tätigen Hebammen verzichteten immer häufiger darauf, ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzugehen und den Schwangeren bei der Geburt zu helfen. Sie böten den Müttern stattdessen Beratung und Hilfe vor und nach der Geburt an. hil
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