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BRIEFE

Koloskopie: Krebsfrüherkennung

Dtsch Arztebl 2012; 109(22-23): A-1190 / B-1024 / C-1016

Weber, Monika

Wir sollten zu unseren Patienten ehrlich sein. Nur auf dieser Basis kann Vertrauen entstehen als Grundlage für eine gute Behandlung!

Das beinhaltet auch den korrekten Umgang mit Begriffen. Eine Koloskopie als „Darmkrebsprävention“ zu bezeichnen, ist fachlich falsch und unseriös, auch und erst recht unter Kollegen! Es handelt sich hierbei, wie auch bei der Mammographie, um eine Früherkennung von Krebs oder Vorstufen davon!

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Dr. Monika Weber, Homöopathisch-Therapeutisches Praxis-Zentrum, 80336 München


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Doc Lubi
am Montag, 4. Juni 2012, 14:46

Irrtum!

Die überwiegende Mehrzahl der kolorektalen Karzinome (KRK) entsteht aus gutartigen adenomatösen Polypen (sogen. Adenom-Karzinom-Sequenz). Diese Entwicklung benötigt im Schnitt einen Zeitraum von 10 Jahren, wobei die meisten Polypen zum Glück gutartig bleiben. Werden die adenomatöse Polypen im Rahmen der Screeningkoloskopie entfernt, kann hierdurch in bis zu 90 % eine Karzinomentstehung vermieden werden! Als Prävention bezeichnet man nun definitionsgemäß vorbeugende Maßnahmen, um zukünftige unerwünschte Ereignisse nicht eintreten zu lassen. In diesem Sinne ist die Vorsorgekoloskopie also sehr wohl ein Instrument der Darmkrebsprävention! Sie unterscheidet sich damit fundamental von allen anderen Screeningmethoden, welche in der Tat nicht im Sinne einer Prävention, sondern "nur" als Früherkennungmaßnahmen anzusehen sind. Eine randomisierte und kontrollierte Studie für die Sigmoidoskopie aus England hat jüngst gezeigt, dass nach einem Follow-up von gut 11 Jahren die KRK-Mortalität um 25% gesenkt werden konnte!
Fazit: Man soll niemandem die schlechten Eigenschaften vorhalten, die man offensichtlich selber hat.
Dr. med. Jürgen Lubienski
Facharzt für Innere Medizin
Lenaustr. 2a, 44536 Lünen
Telefon: 0231-8 79 69
E-Mail: praxis@lubienski.de
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