PERSONALIEN
Lutz Hammerschlag: Marathonmann auf Abwegen
Dtsch Arztebl 2012; 109(22-23): A-1193 / B-1027 / C-1019


Lutz Hammerschlag, Foto: dpa
Bei Freund und Feind hat sich Lutz Hammerschlag (61) den Ruf erworben, in Tarifverhandlungen außergewöhnlich ausdauernd zu sein. Des Nachts, wenn die anderen Beteiligten das Ende der Verhandlung herbeisehnen, läuft der Tarifexperte des Marburger Bundes (MB) oft zur Höchstform auf – so manche Tarifrunde hat in diesen Momenten eine entscheidende Wendung erfahren. Doch das ist Vergangenheit: Da Hammerschlag ab September die Leitung eines noch zu gründenden arbeitgebernahen Instituts übernimmt, ist er ab sofort nicht mehr operativ für die Ärztegewerkschaft tätig – schließlich könnten Interessenkonflikte entstehen.
Auftrag des Instituts wird es sein, innovative Arbeitsmodelle für Ärzte in Krankenhäusern zu entwickeln. Träger sind die drei Berliner Krankenhausträger Charité, Vivantes und die DRK-Kliniken, weitere könnten folgen. „Den beteiligten Trägern geht es darum, in Zeiten des anhaltenden Ärztemangels, die eigene Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern“, sagt Hammerschlag. Gefragt, ob es der Arbeitgeberseite nicht mehr darum gehe, den MB als Gewerkschaft zu schwächen, antwortet der 61-Jährige: „Wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass die Arbeitgeber es ernst damit meinen, bessere Arbeitsmodelle für Ärzte anbieten zu wollen, stünde ich nicht für den Posten zur Verfügung.“
Ja, die neue Herausforderung sei in gewisser Weise ein Seitenwechsel, „im Ergebnis verfolge ich aber das gleiche Ziel, nämlich die ärztlichen Arbeitsbedingungen im Krankenhaus zu verbessern“. Jens Flintrop
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