Belastende Arbeitswelt: Auch Ärztinnen und Ärzte spüren eine Arbeitsverdichtung. Foto: picture alliance
„Die Arbeitswelt muss sich wieder den Menschen anpassen, statt vorrangig Renditeerwartungen zu erfüllen.“ Das hat der 115. Deutsche Ärztetag in Nürnberg gefordert.
Der Zusammenhang zwischen krankmachender Arbeitssituation und psychischen Erkrankungen werde oft nicht erkannt oder geleugnet. So führten chronische Überforderung und Stress am Arbeitsplatz zu psychischen und psychosomatischen Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Ärztetag verweist auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Demnach stieg die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen von 33,6 Millionen aus dem Jahr 2001 auf 53,5 Millionen im Jahr 2010. Der Anteil an allen krankheitsbedingten Fehltagen hat sich von 6,6 auf 13,1 Prozent verdoppelt.
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Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat in der Studie „Arbeitsunfähigkeit und psychische Erkrankungen 2012“ ermittelt, dass die Zahl der Krankschreibungen wegen der Zusatzkategorie Burn-out (Z73 im ICD-10-GM) seit 2004 um fast 700 Prozent gestiegen ist. In 85 Prozent dieser Fälle diagnostizierte der Arzt zusätzlich eine psychische oder körperliche Erkrankung. Sowohl Ärztetag als auch BPtK fordern ein gesellschaftliches Umdenken. PB
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